Das erste Edelmetall als Mama?

Foto: Binh Truong/DBS

Bei den Para Leichtathletik-Weltmeisterschaften Anfang November 2019 warf Frances Herrmann mit Babybauch. Damals erreichte sie Platz vier mit dem Speer und damit einen Paralympics-Qualifikations-Slot für die deutsche Mannschaft. Inzwischen ist ihr Sohn Henry Albin bereits sieben Monate alt.

„Bei der WM war dann doch schon was im Weg, sonst hätte es zu 100 Prozent zu einer Medaille gereicht”,so Herrmann. Die Sportlerin hat eine spastische Tetraparese und wirft sitzend. „Meine Ärztin hatte gesundheitlich keine Bedenken, sonst wäre ich nicht bei der WM gestartet.” Für sie war schon vor der Geburt klar, dass sie es auch mit Kind zu den Paralympics schaffen möchte. Durch Corona hat sie nun mehr Zeit zur Vorbereitung. „Auch wenn der Hintergrund mit der Pandemie ernst ist, für mich persönlich ist das zusätzliche Jahr ein Geschenk.” Ihr sportliches Umfeld hat auf die Schwangerschaft mit viel Unterstützung reagiert. Beim ersten Lehrgang im Juli durfte Henry Albin mit seinem Papa mitkommen. „Wenn die beiden nicht dahinterstehen würden, wäre es nicht so leicht für mich”, sagt Herrmann. Auch wenn bisher kein sportliches Highlight anstand ist sie mit Blick auf Tokio im Plan.

Bei den Paralympics im kommenden Jahr scheint für sie im Speerwerfen hinter den Favoritinnen aus China und Finnland zwischen Platz drei und sechs alles möglich. „Ich muss mein Bestes abrufen, da wird die Tagesform entscheiden. Ich habe zwei Medaillen, da träumt man natürlich von einer weiteren.”

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Veröffentlicht in: Nachrichten

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