Mit Hilfsmittelnummer

Auf den Rollstuhl angewiesen zu sein, ist nicht unbedingt ein gutes Gefühl, mit dem Alltagsbegleiter einfach mal in die Vertikale zu kommen und ordentlich durchschnaufen zu können – schon. Endlich wieder auf Augenhöhe im Stehen kommunizieren zu können oder an das obere Regal zu kommen, das aus der Sitzperspektive unerreichbar erscheint, für Interessenten des PARAVAN-Elektro-Rollstuhls PR 40 wird der Weg dahin jetzt deutlich einfacher. Seit Juni 2020 hat der PR 40 eine Hilfsmittelnummer – 18.99.03.2035 – und kann somit vom Arzt, wenn eine Indikation dafür besteht, auch verschrieben werden.

Seit der Markteinführung im April vor einem Jahr konnte der Stehrollstuhl PR 40 nur mit einer sogenannten „Genehmigung im Einzelfall“ verordnet werden. „Bisher konnten wir eigentlich nur Empfehlungen aussprechen“, berichtet Matthias Enneper, Außendienstmitarbeiter für den Bereich Süd. „Ohne Hilfsmittelnummer ist das Produkt weder für die Kliniken noch für die Sanitätshäuser im Hilfsmittelkatalog auffindbar.“ Was sich sehr positiv ausgewirkt habe, war der Preis. Mit einem Einstiegspreis von 23.500 Euro– fahrbereit – stelle der PR 40 eine echte Alternative im unteren Preissegment dar. „Das haben die Entscheidungsträger erkannt, und so konnten wir das Produkt auch ohne Hilfsmittelnummer im vergangenen Jahr schon gut im Markt platzieren“, berichtet Ludwig. „Jetzt sind die Voraussetzung natürlich ungleich besser und die Akzeptanz und das Interesse wächst merklich.“

Der PR 40 ist ein leichter multifunktionaler Elektro-Rollstuhl mit Steh-, Liege-, Sitz- und Kantelungsfunktion nach hinten und vorne sowie mit elektrischer Beinwinkelverstellung mit Längenausgleich. Mit 64 Zentimetern Außenbreite und Federung soll er äußerst wendig sein. Zu haben ist er im eleganten Schwarz und in sechs anderen Farben.

Laut Unternehmen ist der Rollstuhl für alle Kunden ab zehn Jahre bis ins hohe Alter geeignet, für neurologische Versorgungen wie bei Multipler Sklerose (MS), amyotropher Lateralsklerose (ALS) oder Muskeldystrophien sowie allen mit Lähmungen (Para- oder Tetraplegiker). Der PR 40 sei ein wichtiges Vehikel, um sich an das Thema heranzutasten. „Viele Fachhändler, aber auch Ärzte haben das Thema Stehen gar nicht auf dem Schirm“, sagt Matthias Enneper. „Der Betroffene verliert das Thema Stehen sehr schnell aus den Augen, wenn er einmal auf einen Rollstuhl angewiesen ist“, ergänzt Außendienstler Martin Tröger, zuständig für die Region Süd/ West. Dabei hat das Aufstehen, selbst wenn es nur für kurze Zeit ist, so viele positive Auswirkungen auf den Organismus. „Alles kommt in Gang“, berichtet Enneper. „Der Nutzer wird deutlich aktiver, der ganze Wasserhaushalt im Körper, eine bessere Blasenentleerung, der Stuhlgang, aber auch die Durchblutung oder das ganze zentrale und vegetative Nervensystem.“ Anfangs könne es zu Kreislaufproblemen kommen, sagen die Experten, aber diese Situation bessere sich in den meisten Fällen sehr schnell. Zudem ist Wahrnehmung der Menschen eine völlig andere als im Sitzen. So manchen Kunden ermöglicht der Stuhl mit der Stehfunktion ihren Job wieder oder deutlich besser ausüben zu können.

Martin Enneper berichtet von einem schwer hirnverletzten Patienten, der im Liegen bzw. Sitzen so gut wie keine Reaktionen mehr zeigte. Im Stehrollstuhl war er plötzlich wieder in der Lage seine Umwelt wahrzunehmen und zeigte erste Reaktionen. Aber auch für Schlaganfallpatienten sei der PR 40 eine wichtige Möglichkeit der Mobilisierung und ein weiterer wichtiger Schritt zur aktiven Teilhabe am Alltagsleben.

Info: www.paravan.de

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Veröffentlicht in: Nachrichten

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