Bentele und Schönfelder erhalten Paralympic Award

Achtung, öffnet in einem neuen Fenster. PDFDruckenE-Mail

Verena_Bentele2_Verena Bentele und Gerd Schönfelder sind mit dem „2011 Paralympic Sport Award“ des International Paralympic Committee (IPC) geehrt worden. Die beiden deutschen Ausnahmeathleten erhielten die Auszeichnung bei der IPC-Generalversammlung in Peking (China) bei einem Galaabend vor etwa 350 internationalen Gästen.

„Damit sind die überragenden Karrieren zwei deutscher Weltklasse-Athleten gekrönt worden“, sagte der Präsident des Deutschen Behindertensportverbands (DBS), Friedhelm Julius Beucher.

Verena Bentele hatte im November ihre Karriere als Langläuferin und Biathletin beendet. Nach dem Gewinn zahlreicher Medaillen, darunter alleine zwölf paralympischer Goldmedaillen, will sich die blinde Athletin künftig als Botschafterin des IPC vor allem für den Nachwuchs einbringen. Die Bambi-Preisträgerin 2010 hat sich bei der Wahl des IPC gegen ihre Konkurrentinnen die russische Biathletin Wassiljewa Ljubow sowie die Alpinen Lauren Woolstencroft (Kanada), Henrieta Farkasowa (Slowakei) und Alana Nichols (USA) durchsetzen können.

Gerd_Schnfelder2_Auch Gerd Schönfelder ließ starke Konkurrenz hinter sich. Mit ihm im Rennen um den Paralympics Sport Award standen der russische Biathlet Irek Zaripov, die Skialpinfahrer Jakub Krako (Slowenien) und Adam Hall (Neuseeland) und der Biathlet Brian McKeever (Canada). Gerd Schönfelder, der im Januar vom Behindertensport zurückgetreten war, hat bei sechs Paralympics- und fünf WM-Teilnahmen 30mal Gold errungen. Mit 22 paralympischen Medaillen, davon 16 goldenen, ist er der erfolgreichste Paralympics-Teilnehmer in der Geschichte des Behindertensports. Außerdem gewann er achtmal den Gesamtweltcup. Für diese außergewöhnlichen Leistungen erhielt er, genau wie Verena Bentele, zahlreiche Ehrungen.

DBS-Vizepräsident Leistungssport Dr. Karl Quade, kommentierte die beiden außergewöhnlichen Auszeichnungen: „Unsere beiden Athleten sind nicht nur Könige in ihren Disziplinen, sondern weit darüber hinaus Vorbilder für alle Sportlerinnen und Sportler, sowohl für nicht behinderte als auch für behinderte“.

Matthias Berg erhält Paralympic Order Award

BergMatthias_Matthias Berg, DBS-Botschafter und ehemaliger Behindertensportler, hat den Paralympic Order Award für seinen langjährigen und herausragenden Einsatz im Behindertensport erhalten. Diese höchste Auszeichnung des International Paralympic Committee (IPC) kommentierte der 50-jährige mit Humor: „Es ist eine große Ehre und Freude, diese Auszeichnung zu erhalten – eigentlich fühle ich mich noch gar nicht so alt“, sagte Berg mit einem Augenzwinkern. „Aber im Ernst, der Sport hat mir unwahrscheinlich viel an Freude und Lebensqualität gegeben, aber auch an Selbstvertrauen und Selbstdisziplin. Deshalb möchte ich den Dank an die vielen Vereine und die zahllosen Menschen weitergeben, die Verantwortung übernehmen und tagtäglich den Behindertensport ermöglichen.“

Seit mehr als 20 Jahren engagierte sich Matthias Berg zunächst als Athletenvertreter, später als Vorsitzender des Rechtsausschusses im Deutschen Behindertensportverband und als dessen Vize-Präsident. Auf internationaler Ebene war er lange Jahre im Athleten-Beirat des IPC und ist seit 1997 Mitglied des „IPC Legal & Ethics Committee“. Darüber hinaus vertritt er seit 2003 den Behindertensport im IOC in der „Sport and Law Commission“. Matthias Berg ist erst der fünfte Deutsche seit Bestehen des IPC, der den „Paralympic Order“ erhält, zuletzt wurde Prof. Dr. Gudrun Doll-Tepper mit dem Preis geehrt.

Matthias Berg ist als Jurist Stellvertreter des Landrats und Erster Landesbeamter im Landkreis Eßlingen tätig. Er leitet dort auch das Dezernat für Umwelt und Technik. Zudem arbeitet er seit den Paralympics 2000 in Sydney als Co-Kommentator für das ZDF.

Über den Paralympic Order Award

Der „Paralympic Order“ ist die höchste Auszeichnung, die einer Person in Verbindung mit den Paralympics verliehen werden kann. Das IPC würdigt damit Menschen, die sich in besonderer Weise um die paralympische Bewegung verdient gemacht haben, durch ihr Wirken das paralympische Ideal verkörpern, die herausragende sportliche Leistungen vollbracht oder in anderer Weise der paralympischen Bewegung herausragende Dienste erwiesen haben. Bisherige deutsche Ordensträger: Birgitta Blomquist (2005), Prof. Dr. Gudrun Doll-Tepper (2002), Dr. Gertrude Krombholz (2002), Walter Tröger (2001).

Testimonial