Zawatzky mit Lenksystem für Technologiepreis nominiert
Autor: Redaktion 15. Dezember 2011
Unabhängige Mobilität hat für Menschen mit körperlichen Beeinträchtigungen einen großen Stellenwert. Sie ist die Voraussetzung für die Teilnahme an der Gesellschaft. Einen wichtigen Beitrag dazu leisten pfiffige Autoumbauten. Die Firma Zawatzky hat in diesem Zusammenhang mit dem innovativen elektronischen Lenksystem Joysteer für Aufmerksamkeit gesorgt. Für die Weiterentwicklung dieses Systems wurde das Mobilcenter Zawatzky jetzt für den NEO2011 nominiert.
Der NEO2011 ist ein wissenschaftlicher Preis für besonders innovative Unternehmen und Leistungen im Bereich Mobilität und wird vom Karlsruher Institut für Technologie (KIT) vergeben. Von den zahlreichen Bewerbern hat es das Mobilcenter Zawatzky in die engere Auswahl der sechs Nominierten geschafft.
Anfang Dezember war die Preisverleihung, und das Mobilcenter Zawatzky hatte dort die Möglichkeit, seine Entwicklung einem technisch hoch qualifiziertem Publikum der High-Tech-Szene vorzustellen. Das „joysteer-System“ wurde bereits im Sommer beim Tag der offenen Tür am KIT der breiten Öffentlichkeit präsentiert.
Das Konzept von joysteer ist nach Firmenangaben einmalig. Es unterscheidet sich schon im Ansatz von den bisher bekannten Lenksystemen durch ein entscheidendes Merkmal: „Es gibt dem Fahrer eine Rückmeldung in die Hand, aufgrund derer er die Beschaffenheit der Straße spüren kann“, erklärt der Geschäftsführer. Der Fahrer erkennt so Spurrillen oder Glätte und kann entsprechend reagieren. Dieses elektronische Feedback vermittele dem Fahrer ein sehr authentisches Fahrgefühl.
In seinen spezifischen Anpassungsmöglichkeiten ist das joysteer-System sehr variabel: Es stehen viele unterschiedliche Bedienmodule zur Verfügung, die so die individuellen Handicaps der Fahrer ausgleichen können. Die Kräfte der Bedieneinheiten können dabei durch die Programmierung der Software angepasst werden. Durch eine geschwindigkeitsabhängige Lenkübersetzung könne das Fahrzeug so auch bei hohen Geschwindigkeiten leicht in der Spur gehalten werden.
Lenken ohne mechanische Kraftübertragung
Drive-by-wire ist dabei der Zauberbegriff. Er beschreibt das Lenken eines Fahrzeugs ohne mechanische Kraftübertragung. Somit gibt es keine mechanische Verbindung zwischen dem Joystick und den gelenkten Rädern – es arbeitet rein elektronisch. So können Menschen mit Muskelschwäche, Querschnittlähmungen oder ohne Finger, sowie Contergan geschädigte Menschen oder Schlaganfallpatienten den Joysteer gleichermaßen gut und einfach bedienen. Der Fahrer sendet seine Lenk-, Brems- oder Beschleunigungswünsche nicht durch Kraftübertragung an den Motor sondern über elektrische Signale. „Mit dem Joysteer können Menschen mit Behinderungen ein Auto so komfortabel lenken, wie das Piloten in einem modernen Airbus tun“, so Juniorchef Andreas Zawatzky.
Das Mobilcenter Zawatzky ist auf Fahrzeugeinbauten spezialisiert und betreibt darüber hinaus eine Fahrschule für Menschen mit Handicap.
Kontakt: Mobilcenter Zawatzky GmbH, Bemannsbruch 2-4, 74909 Meckesheim (bei Heidelberg). Homepage: www.zawatzky.de.












