"Regierung verkennt Chancen nachhaltiger Inklusionspolitik“

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BDH_Logo_Der Ausstieg des Bundes aus der Finanzierung des KfW-Programmes zur Förderung altersgerechten Wohnens wird von der Bundesvorsitzenden des BDH Bundesverband Rehabilitation, Ilse Müller, kritisiert. Die Bundesregierung  bremse die Inklusionspolitik mit diesem Schritt massiv aus: „Die Alterung unserer Gesellschaft bringt es mit sich, dass Wohnraumsanierungen, neben energetischen Aspekten, immer häufiger die Bedürfnisse von Menschen mit Behinderung berücksichtigen müssen. Öffentliche Investitionen in die Umsetzung barrierefreier Wohnungs- und Umfeldsanierungen sind unverzichtbare Hilfen zur Unterstützung einer wachsenden Zahl Betroffener.“

Der Ausstieg des Bundes aus der Finanzierung des KfW-Programmes verteuere nicht nur die drängenden Sanierungsprojekte. Der Ausstieg sende einmal mehr das verheerende Signal einer „Vogel-Strauß-Politik“, die die Leitlinien erfolgreicher Inklusion systematisch ausblende. Bereits heute leben nach Angaben des BDH mehr als sechseinhalb Millionen Menschen in Deutschland mit einer körperlichen Behinderung. Die bislang etwa 60.000 sanierten Wohneinheiten könnten daher lediglich ein Anfang sein. Mit ihrem Ausstieg aus der Förderung bewege sich die Bundesregierung auf inklusionspolitischem Crashkurs. „Sanierungsprojekte stützen die Bauwirtschaft und die angeschlossenen Branchen. Sie fördern damit die gesamtwirtschaftliche Stabilität, was angesichts wachsender ökonomischer Unsicherheiten nicht aus der Kalkulation ausgeblendet werden darf“, so Ilse Müller.

Die Förderung barrierefreier Sanierung biete auch ökonomisch großes Potenzial. Die Spezialisierung der Unternehmen und Handwerksbetriebe auf anspruchsvolles Kundenklientel biete die Chance, neue Wertschöpfungsketten aufzubauen. „Ein Ausbau des KfW-Programmes hätte damit konjunkturstabilisierende Wirkung, was angesichts einer Wachstumsprognose von nur noch 0,6 Prozent des Bruttoinlandsproduktes (BIP) für 2012 von Bedeutung wäre“, so Ilse Müller weiter. Bis zum 16.12.2011 wurden KfW-Förderkredite bis zu 50.000 Euro je Wohneinheit zu günstigen Zinssätzen angeboten. Der Bund bezuschusste Projekte mit einer Förderung bis zu 5 % der förderfähigen Kosten und maximal 2.500,- € je Wohneinheit.

Über den BDH Bundesverband Rehabilitation

Der BDH ist die größte deutsche Fachorganisation auf dem Gebiet der Rehabilitation von neurologischen Patienten. Weiterhin bietet der BDH rechtliche Beratung und professionelle Vertretung vor Behörden und den Instanzen der Sozialgerichtsbarkeit sowie ehrenamtliche soziale Betreuung an. Die stationäre neurologische Rehabilitation nimmt einen wichtigen Stellenwert innerhalb des Leistungsangebotes des BDH ein, um Menschen nach einem Unfall oder sonstiger neurologischer und geriatrischer Krankheit Unterstützung auf dem Weg zurück ins Leben zu bieten. In der Trägerschaft des BDH befinden sich heute fünf über ganz Deutschland verteilte neurologische Kliniken. Dazu kommen das Rehabilitationszentrum für Jugendliche in Vallendar und das Neurologische Therapie- und Beratungszentrum Ortenau in Offenburg. Kontakt: www.bdh-reha.de.

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