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Ein Schlag ins Gesicht des barrierefreien Tourismus

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LogoNatKo_Die Nationale Koordinationsstelle Tourismus für Alle e.V. (NatKo) übt Kritik an der Entscheidung des Bundestages, den Tag des barrierefreien Tourismus auf der Internationalen Tourismusbörse Berlin (ITB) nicht zu unterstützen. Der Bundestag habe 2009 die UN-Behindertenrechtskonvention ratifiziert, die die gleichberechtigte Teilhabe von Menschen mit Behinderungen auch bei der Nutzung touristischer Angebote zum Ziel habe. Umso unverständlicher sei daher der Beschluss des Bundestages vom 19. Januar, die Einrichtung eines Tages des barrierefreien Tourismus auf der ITB nicht zu unterstützen. Das schade der Verbesserung der Barrierefreiheit in Deutschland insgesamt und verzögere somit die Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention, so die NatKo.

Zum ersten Mal findet am 8. März auf der ITB der „Tag des barrierefreien Tourismus“ statt. Die Messe Berlin, die dieses Thema als zukunftsweisend für die deutsche Tourismuswirtschaft ansieht, hat die NatKo um Koordinierung der Gesamtveranstaltung gebeten. Barrierefreier Tourismus für Alle sei nicht nur angesichts des demografischen Wandels wichtig, sondern bringe heute schon Vorteile für alle Reisenden, Eltern mit Kinderwagen ebenso wie Reisende mit viel Gepäck, erläutert die NatKo.

Keine guten Noten von ausländischen Touristen

Die deutsche Tourismuswirtschaft hat hier Nachholbedarf, stellte die Deutsche Zentrale für Tourismus bereits vor zwei Jahren auf der ITB fest. Eine Untersuchung zeigte, dass ausländische Touristen die barrierefreien Angebote in Deutschland deutlich schlechter bewerten als das vergleichbare Angebot im Durchschnitt. „Die Organisation eines Tages des barrierefreien Tourismus im Rahmen des ITB-Kongresses“, so Dr. Rüdiger Leidner, Vorstandsvorsitzender der NatKo, „zeigt den Weitblick der Berliner Messe für die Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Tourismuswirtschaft“.

Wenn der Beauftragte der Bundesregierung für die Belange behinderter Menschen nicht einen Teil der Sachausgaben z. B. für Gebärdensprachdolmetscher übernommen hätte, hätten die Organisatoren laut NatKo aufgeben müssen, da ihre Eigenmittel dafür nicht ausreichen. Das Programm (einsehbar unter www.natko.de) zeige, dass Teile der Tourismuswirtschaft die Bedeutung des barrierefreien Tourismus sehr wohl erkannt haben.

Der Tag wird eröffnet mit einer Rede von Max Stich, dem stellvertretenden Präsidenten des ADAC. An der sich anschließenden Podiumsdiskussion sind Unternehmen wie TUI und die Deutsche Bahn sowie die Deutsche Zentrale für Tourismus prominent vertreten. Good-Practice-Beispiele werden am Nachmittag z.B. auch von der AG „Barrierefreie Reiseziele“ vorgestellt, sowie von Markus Luthe für den Deutschen Hotelverband, Magnus Berglund für die Scandic Hotels und Dr. Uwe Lorenz für den Internationalen Bustouristik-Verband.

Der Branche fehlen Kenntnisse

„Die NatKo wird sich weiterhin für die Stärkung des barrierefreien Tourismus in Deutschland und damit die wohlverstandenen Interessen der deutschen Tourismuswirtschaft und der Reisenden einsetzen“, sagt Dr. Rüdiger Leidner. „Trotz guter Beispiele ist es offenkundig, dass die meisten Tourismusanbieter nach wie vor zu wenig über die Bedürfnisse mobilitätseingeschränkter Gäste wissen. Somit mangelt es in der Branche vielfach an Kenntnissen über Barrierefreiheit, sei es beim Bauen und Einrichten oder beim Service und Marketing. Ohne glaubwürdige politische Unterstützung werden diese Defizite nicht zu überwinden sein.“

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