Kelly Cartwright: Weltrekord auf dem Weg nach London

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Kelly_Cartwright_Olympia-Stars wie die Welt-Leichtathletin Sally Pearson und Paralympics-Hoffnungen wie Kelly Cartwright bereiten sich in diesem australischen Sommer in einer gemeinsamen Wettkampfserie auf London vor. Beide haben bei dieser Qantas Australien Athletics Tour Ende Januar in Adelaide nachdrücklich auf sich aufmerksam gemacht. Pearson mit zwei überlegenen Siegen über 100 und 200 Meter, Cartwright mit einem neuen Weltrekord der oberschenkelamputierten Frauen auf der 200 Meter Strecke in 35,98 Sekunden.
„Sport ist mein Leben“, sagt die 22-jährige Kelly Cartwright, die wöchentlich bis zu zehn Trainingseinheiten absolviert. Im Alter von 15 Jahren musste ihr wegen einer seltenen Krebserkrankung das rechte Bein amputiert werden, seit fünf Jahren betreibt sie Leistungssport mit Prothese. In Christchurch 2011 wurde sie Doppel-Weltmeisterin über 100 Meter und im Weitsprung.

Neben Medaillen-Ambitionen für London 2012 und Rio 2016 hat sie sich zusätzliche Ziele gesteckt: „Ich will das Thema Behinderung mehr in die Öffentlichkeit bringen.“ In Schulen erzählt sie deshalb von ihren Erfahrungen im Leistungssport, damit „die Kinder sehen, dass das Leben auch nach schlimmen Erlebnissen weitergeht“. Sie hält Vorträge über Motivation, unternimmt Wanderungen mit anderen Amputierten oder sucht das Extrem, wie 2009 die Besteigung des Kilimandscharo als erste Frau mit Oberschenkelprothese.

Sportliche Wege auch für andere ebnen

Seit 2011 ist Kelly Cartwright Paralympics-Botschafterin des Prothetik-Weltmarktführers Ottobock, der seit 1988 in Seoul und erneut in London 2012 den technischen Service bei den Spielen der weltbesten Behindertensportler übernimmt. So wie neben ihr der Leverkusener Heinrich Popow und die Russin Svetlana Moshkovich kann sie in dieser Funktion mit authentischer Information sportliche Wege auch für andere ebnen.

Der Sport von Menschen mit Behinderung emanzipiert sich

Aus ganz persönlicher Erfahrung weiß Kelly Cartwright: „Die Unsicherheit ist das Schlimmste. Besonders in der Woche vor der Amputation.“ Deshalb besucht sie in Absprache mit dem paralympischen Komitee Australiens junge Sportler, die kurz vor einer Amputation stehen. Denen kann sie markante Sätze wie diesen mit auf den Weg geben: „Vor der Amputation war Sport auch schon wichtig für mich. Allerdings nicht so wichtig wie jetzt.“
Der Sport von Menschen mit Behinderung emanzipiert sich. In Australien sogar in gemeinsamen Wettkämpfen mit den Olympia-Teilnehmern.

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