Europäische Handbike-Elite weiht Lobbach als deutschen Austragungsort ein

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IMG_5449_Die Gemeinde Lobbach bei Heidelberg war am 6. August Treffpunkt der internationalen Handbikerszene. Erstmals haben die Manfred-Sauer-Stiftung, der Handbike SportClub e.V. 2008 Reichartshausen und die Gemeinde Lobbach ein Wertungsrennen für den National Handbike Circuit (NHC) und den European Handbike Circuit (EHC) organisiert.  Die Resonanz auf das einzige deutsche EHC-Rennen war für den Auftakt durchaus beachtlich. Etwa 120 Sportler gingen in acht verschiedenen Klassen an den Start. Im Teilnehmerfeld  waren einige internationale Topfahrer  zu finden, beispielsweise  die mehrfachen Weltmeister und Paralympics-Sieger Andrea Eskau aus Deutschland, und Wolfgang  Schattauer aus Österreich. .

 Schattauer sah das Rennen als Vorbereitung auf die Weltmeisterschaft in Dänemark in vier Wochen:  „Es ist ein schwieriger Kurs mit starken Steigungen und Gefällstrecken“, zeigte er sich vor dem Start von dem 5,3 km-Rundkurs in Lobbach beeindruckt. Anspruchsvoll und landschaftlich besonders reizvoll war allgemein das Fazit für die Strecke.

Der eine oder andere Teilnehmer bemerkte die Tücken der Strecke allerdings nicht rechtzeitig, und so landeten  vereinzelt Handbiker unsanft auf der Straße oder in den Strohballen. Eine Fahrerin musste mit Verdacht auf Rippenbrüche ins Krankenhaus gefahren werden. Auch beim Start des zweiten Rennens gab es einen ungewollten Stopp für einen Teil des Teilnehmerfeldes, denn zwei Handbikes hatten sich verkeilt. Doch für die Veranstalter ist das eher harmlos, denn bei Handbikerennen kommt es schon öfter mal zu Unfällen schlimmerer Art. Schließlich erreichen die an die 10000 Euro teuren Liegeräder Spitzengeschwindigkeiten von bis zu 70 Stundenkilometern.

Handbike2Das Rennen in Lobbach bestach in diesem Jahr noch durch seine familiäre Atmosphäre. Bei nur etwa 150 Zuschauern verlief alles etwas beschaulicher als wie etwa bei der Großveranstaltung Heidelberger Rollstuhlmarathon, die am 9. Oktober ansteht. In Lobbach sind es weniger Teilnehmer, doch die gehören fast  ausnahmslos zur europäischen Spitzenklasse.

Internationale Rekorde purzelten in Lobbach zwar nicht, dazu war der Kurs zu anspruchsvoll, aber es gab beeindruckende Ergebnisse. Auf der ca. 40 km langen Strecke, die die vom Handicap her leistungsfähigeren Fahrer absolvierten, fuhr der Schweizer Jean-Marc Berset mit 1h05:23.23 die beste Zeit. Das bedeutete für den Paraplegiker mit Brustwirbelfraktur eine Durchschnittsgeschwindigkeit von gut 34 Stundenkilometern. Einen deutschen Doppelsieg gab es in der Klasse MH3 ( Paraplegiker mit Lendenwirbelfraktur). Bernd Jeffré vom Team BEB/GC Nendorf, siegte mit 1h09:33.96 vor Lokalmatador Torsten Purschke vom Otto Bock Team, das regelmäßig in Reichartshausen trainiert.

BrgermeisterDer Wiener Wolfgang Schattauer wurde in der Klasse MH 1.2 (Tetraplegiker  mit Halswirbelfraktur und Trizepseinschränkung) über die Distanz von 27 km am Ende nur Dritter. Hier siegte Martin Kovar aus Tschechien. In der zweiten Tetraplegiker-Leistungsklasse holte Andreas Kiemes einen Sieg für das deutsche Otto Bock-Team. Überragend war am Ende auch die Leistung von Andrea Eskau. Die Kniebikerin fuhr die rund 40 Kilometer in 1h15:20.01. Bei den Männern wäre sie damit im vorderen Feld gefahren.

Die Bilanz der Organisatoren war am Ende sehr positiv. Sogar das Wetter hat halbwegs mitgespielt. Die gelegentlichen Regenschauer haben den Ablauf des Rennens nicht dramatisch durcheinandergewirbelt. Auch Stiftungschef Manfred Sauer möchte in den kommenden Jahren auf jeden Fall an der Veranstaltung festhalten: „Wir wollen mit unserer Stiftung Impulse für bewusstes Leben geben, das heißt aktiv zu sein, und dafür ist der Handbikesport gerade recht.“

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