Vom Pazifik an den Neckar

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Heidelberg ist das Zentrum der deutschen Forschung in Sachen Querschnittlähmung. Unter der Leitung des Neurologen Professor Dr. Norbert Weidner sucht ein internationales Team von Forschern nach wirksamen Therapien gegen die Krankheit.

Prof. Dr. Norbert Weidener Soviel ist klar: Der Mann hat Überzeugungskraft. Professor Weidner leitet seit etwas mehr als einem Jahr die Klinik für Paraplegiologie an der Orthopädischen Universitätsklinik Heidelberg. In dieser Zeit ist es ihm gelungen, etliche hochqualifizierte und hochspezialisierte Mediziner zum Umzug vom kalifornischen San Diego ins badische Heidelberg zu bewegen.

Ob der idyllische Ort am Neckar, der Jahr für Jahr Touristenströme aus aller Welt anzieht, mehr Lebensqualität verspricht als die Metropole an der Pazifikküste, wird eine Frage der persönlichen Präferenzen sein. Mit Sicherheit waren deutsche Gemütlichkeit und Neckarromantik auch nicht die ausschlaggebenden Faktoren für einstweilen vier junge Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen, der Einladung von Professor Weidner, der selbst etliche Jahre in San Diego forschte, zu folgen. Vielmehr reizte sie die Perspektive, an Deutschlands einziger Universitätsklinik zu arbeiten, die sich in Krankenversorgung, Forschung und Lehre mit dem Phänomen Querschnittlähmung und den damit verbunden Folgen befasst. Das Team von Professor Weidner forscht nach Therapieansätzen, die Rückenmarksverletze vor dem Schicksal der Querschnittlähmung bewahren sollen.

Mit Professor Weidner einen Neurologen in die Position des Klinikleiters berufen zu haben, unterstreicht den Anspruch Heidelbergs, in Deutschland führend auf dem Gebiet der Paraplegie-Forschung zu sein. Weidner versteht sich indes als Teamplayer, denn beim Umgang mit dem ausgesprochen vielschichtigen Phänomen der Querschnittlähmung kommt es ganz wesentlich auf die effiziente Verzahnung unterschiedlichster Fachgebiete an. Im Heidelberger Klinikalltag ist diese Verknüpfung gelebte Praxis. Neurologen, Orthopäden, Urologen, Internisten, Physio- und Ergotherapeuten, Psychologen und speziell ausgebildete Pflegekräfte versorgen in interdisziplinärer Zusammenarbeit jährlich rund 1.200 Patienten. Diese Arbeit teilt sich auf in die Versorgung akuter und chronischer Patienten. Rund 700 Patienten werden regelmäßig ambulant versorgt, die Zahl der Neuzugänge liegt bei jährlich rund 200 bis 250 Personen. Seit der Eröffnung des Querschnittzentrums in der Orthopädischen Klinik im Jahr 1966 wurden dort bis heute rund 12.000 Männer, Frauen und Kinder versorgt.



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