Katheter - Weichmacher müssen gekennzeichnet sein

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Katheter – besser ohne Weichmacher

Mehrmals am Tag die Blase mit einem Katheter entleeren – das gehört für Querschnittgelähmte zum Alltag. Umso wichtiger, dass bei der Anwendung mit dem Katheter nichts schief läuft oder gar Schadstoffe in den Körper gelangen. In Verruf standen bisher Phthalate. Seit März dieses Jahres müssen diese nun auf der Verpackung gekennzeichnet werden.

 

Viele Medizinprodukte enthalten Weichmacher, so genannte Phthalate, um Kunststoffe wie PVC weich und geschmeidig zu machen. Das wäre kein Problem – kämen diese Weichmacher nicht oft auch in direkten Kontakt mit Blut oder Schleimhäuten. Dann nämlich können sie leicht aus dem Kunststoff herausgelöst werden, da sie nicht fest an diesen gebunden sind. Dadurch gelangen sie in den Körper.

Mehrere deutsche und US-amerikanische Studien haben bereits Phthalate im menschlichen Urin der Allgemeinbevölkerung nachgewiesen. Das Ergebnis: Die aufgenommenen Mengen überstiegen oft die empfohlenen Obergrenzen. Weichmacher beeinflussen vor allem das Hormonsystem. In Tierversuchen führten hohe Mengen von Phthalaten zu Missbildungen von Geschlechtsorganen und anderen Organen. Ratten waren häufiger unfruchtbar oder bekamen weniger Nachwuchs und ihre Spermienzahl nahm ab. Forscher befürchten, dass die Befunde auf den Menschen übertragbar sind. Als Risikogruppen werden Kinder, schwangere Frauen und stillende Mütter eingestuft. Das bedeutet: Würden Schwangere solche Präparate einnehmen, könnte dies bereits im Mutterleib zu Störungen der sexuellen Entwicklung von männlichen Nachkommen führen. Die Folge im Erwachsenenalter kann eine verminderte oder fehlende Fruchtbarkeit der betroffenen Männer sein.

Angesichts dieser Erkenntnisse wird empfohlen, Phthalat-haltige Medizinprodukte durch Phthalat-freie zu ersetzen. Damit Anwender einen Überlick bekommen, wo Phtalate enthalten sind, wurde ab dem 21. März 2010 in der ganzen EU eine Kennzeichnungspflicht für Medizinprodukte, die bestimmte Phthalate enthalten, eingeführt. Das betrifft vor allem DEHP (Di(2-ethylhexyl)phthalat), der als häufigster Weichmacher gilt.

 

Die Hersteller von Kathetern nehmen das mögliche Risiko, das von Weichmachern ausgehen kann, sehr ernst. „Coloplast versteht die Bedenken, die gegen die Verwendung von Phthalaten in Medizinprodukten erhoben werden. Daher fokussieren wir uns auf die Vermeidung von diesen Materialien in unseren Produkten. Für neu entwickelte Produkte wählen wir grundsätzlich Phthalat-freie Materialien. Unser wichtigstes Produktsortiment in der Kontinenzversorgung SpeediCath ist 100 Prozent phthalatfrei“, sagt Katja Schröder, Produktmanagerin Kontinenzversorgung bei Coloplast GmbH in Hamburg.

 



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