Energie ohne Ende
Autor: Gabriele Hellwig, Fotos: Readktionsbüro Hellwig 16. Dezember 2010
Daniela Gobat erkrankte früh an Multipler Sklerose. Doch sie ließ sich nicht unterkriegen. Auch im Rollstuhl ist die 30-Jährige mobil und sehr aktiv.
Zugegeben: Ich war sehr neugierig auf Daniela Gobat. „Sie ist ein lebendiges Zeichen, was trotz oder mit Behinderung noch möglich ist, wenn man will“, hatte mir Chefredakteur Werner Schneider geschrieben, als er mich beauftrage, ein Porträt über die 30-Jährige zu schreiben. Dazu schickte er einen Artikel, den die Frau im Rollstuhl selbst verfasst hatte: Ein Erfahrungsbericht über eine Reise nach St. Lucia. Das ist eine Insel in der Karibik. Daniela Gobat war dort für zwei Wochen - und ist getaucht! Auf Fotos sieht man eine Rollstuhlfahrerin am Strand und Daniela Gobat beim Tauchen. Sie lacht. Nie zuvor hätte ich geglaubt, dass ein solcher Sport bei Multipler Sklerose möglich ist.
Kakenstorf, wo Daniela Gobat wohnt, ist ungefähr 40 Kilometer von Hamburg entfernt. Als ich klingele, ertönt von innen ein lautstarkes Bellen. Daniela Gobat öffnet die Tür, zwei süße Elos kommen auf mich zu. Mutter und Tochter wie ich gleich erfahre: Kaja ist 4 Jahre und Aennie 9 Monate. Selbst gezüchtet. „Ich hatte neun Hundebabys. Eins habe ich behalten“, erzählt Daniela Gobat. Das war der A-Wurf, der erste Wurf ihrer Zucht. Der zweite Wurf, also der B-Wurf, soll bald folgen. War das nicht aufwendig, Kaja zur Zucht anzumelden und einen Rüden zu finden? „Nein“, antwortet Daniela Gobat sofort. „Ich musste nur einige Prüfungen machen und dann einen geeigneten Rüden finden.“ So einfach also. Sicher nicht ganz. Aber die Liebe zum Tier macht’s möglich. Wer sich näher für die hübschen Vierbeiner interessiert, sei auf Daniela Gobats Internetseite verwiesen: www.elos-vom-brunsberg.de
Sehr geräumig ist es in Daniela Gobats Quartier. Sie wohnt in einem weinroten Holzhaus, das ihr Vater selbst gebaut hat. Der Vater ist Tischlermeister und hat seine Werkstatt im selben Ort, nur einige Meter entfernt. Im Jahr 2004 begann der Vater mit dem Bau. Ein Jahr später konnte Daniela Gobat einziehen. Alles ist barrierefrei und behindertengerecht. In der Küche kommen sogar auf Knopfdruck die Schränke herunter. So kann sie Gläser und Teller leicht erreichen.
Die obere Wohnung ist vermietet, Daniela Gobat wohnt unten. Mit ihrem „Pflegesohn“ Thomas. Thomas ist schon 44 Jahre alt und hat das Down Syndrom. Vormittags ist er in Betreuung, ab mittags wieder im Haus. Dann ruht er sich aus oder malt etwas. Auch Kekse backt er gern. Thomas lebte vorher in dem Wohnheim für Menschen mit Behinderung, wo Daniela Gobat gearbeitet hatte. „Er ist mir ans Herz gewachsen. Als er nicht mehr im Wohnheim bleiben konnte, habe ich ihn zu mir genommen. Die gesetzliche Betreuung für ihn hatte ich schon“, sagt Daniela Gobat.












