By September 25, 2020 0 Comments Weiterlesen →

Sport für Kinder mit Prothesen

Foto: Mika Volkmann

Um Kinder und Jugendliche mit Beinamputationen für die Leichtathletik zu begeistern, wurden Mitte September die „Talent days“ in Leverkusen veranstaltet.

Partner dieser Veranstaltung waren der Deutsche Behindertensportverband (DBS), der TSV Bayer 04 Leverkusen sowie Medizintechnikhersteller Ottobock. Aufgrund der aktuellen Coronavirus-Situation fand die Veranstaltung dieses Jahr im kleinen Rahmen statt; acht Teilnehmer im Alter von acht bis achtzehn Jahren  lernten bei den Talent days spielerisch, sich mit Sportprothesen zu bewegen. Orthopädietechnik-Meister und Sportprothetik-Experte Julian Napp und sein Team passten den Kindern dazu erstmals eine Sportprothese an. Mit beim Sport-Wochenende  waren der Trainer und Paralympics-Goldmedaillengewinner Heinrich Popow sowie Johannes Floors, sechsmaliger Weltmeister und Weltrekordhalter über 400 Meter der doppel-unterschenkelamputierten Para-Leichtathleten.

Viele Eltern von Kindern mit einer Amputation wissen gar nicht, dass es Sportmöglichkeiten und auch Sportprothesen für Kinder gibt. Helena Pietsch, die für den Nachwuchsbereich im DBS zuständig ist, betont, dass jedes Kind in Deutschland sogar die Möglichkeit hat, eine adäquate Prothese für die Teilhabe am Sportunterricht in der Schule zu erhalten.

Die Reaktionen der jungen Teilnehmer gaben den Veranstaltern Recht: So freut sich die 13-jährige Emily aus Neuss: „Ich bin schneller gelaufen, als ich es je gedacht hätte. Wenn man es will, dann kann man es auch.“ Und auch ihr Vater ist begeistert: „Emily ist noch nie wirklich in ihrem Leben gerannt. Sie saß lange im Rollstuhl. Und das jetzt hier zu sehen, wie sie mit den anderen Kindern läuft und spielt, ist toll.“ Der 18-jährige Viet ist aus Norden war gar nicht mehr zu stoppen: „Das Gefühl beim Laufen ist krass, vor allem, weil mir dabei der Wind ins Gesicht weht. Das kannte ich so gar nicht mehr.“ Der achtjährige Elias, der seit zwei Jahren beim TSV in Leverkusen trainiert begeisterte sich besonders für den Weitsprung. Ohne Heinrich Popows Besuch im Krankenhaus vor und nach seiner Amputation, wäre Elias wahrscheinlich nicht so schnell zum Parasport gekommen, ist seine Mutter überzeugt.

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Veröffentlicht in: Sport

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