Wechsel beim DBS

„Der Sport hat mich nie losgelassen. Für die letzten zehn Jahre meines Berufslebens möchte ich gerne meine alte Leidenschaft ausleben und meinen Teil zur weiteren Entwicklung des Behindertensports in Deutschland beisteuern”, so Torsten Burmester.

Es gibt laut einer Pessemeldung einen Wechsel an der Spitze der Bundesgeschäftsstelle des Deutschen Behindertensportverbandes (DBS).

Zum 1. September 2020 übernimmt der 57-jährige Kölner Torsten Burmester die Position als DBS-Generalsekretär. Er folgt auf Thomas Urban, der den Verband nach vierjähriger Tätigkeit verlässt und in seine bayrische Heimat zurückkehrt.

„Wir verlieren einen sehr guten und engagierten Geschäftsführer, der die Entscheidung getroffen hat, eine andere berufliche Aufgabe zu übernehmen. Umgekehrt freuen wir uns auf den riesigen Erfahrungsschatz von Torsten Burmester, mit dem wir unsere erfolgreiche Arbeit für den Behindertensport in Deutschland nahtlos fortsetzen können”, so der DBS-Präsident Friedhelm Julius Beucher.

Bis dahin ist Torsten Burmeister noch als Abteilungsleiter Wirtschaftsrecht im Ministerium für Wirtschaft, innovation, Digitalisierung und Energie des Landes Nordrhein-Westfalen tätig. Zuvor fungierte er als stellvertretender Abteilungsleiter Sport im Bundesministerium des Inneren (BMI) und war darüber hinaus persönlicher Referent des damaligen Bundeskanzlers Gerhard Schröder. Während seiner Tätigkeit im BMI erhielt Burmester, der in Köln sein Sportstudium absolvierte, vielfältige Einblicke in die nationale wie internationale Sportpolitik und in die Sportförderung. „Zu meinen Aufgabengebieten gehörten auch die Förderung des Behindertensports sowie die Spitzensportförderung. 2008 und 2010 habe ich die Paralympics in Peking und Vancouver erlebt, das waren schöne Spiele mit prägenden Erfahrungen. Besonders die vielen Erfolge von Verena Bentele, Martin Braxenthaler und Gerd Schönfelder sind mir noch in bester Erinnerung.”

Die zunehmende Professionalisierung und die gestiegene Aufmerksamkeit rund um den Para Sport verfolge Burmeister auch weiterhin. Seit 2019 bringe er sich ehrenamtlich im Management bei den Rollstuhlbasketballern der Köln 99ers ein.

Nun widme sich Torsten Burmester auch hauptberuflich dem Behindertensport – und gehe mit viel Vorwissen, einem guten Netzwerk sowie großem Tatendrang an seine neue Aufgabe. „Der Behindertensport steht für ganz besondere Werte, außerdem gehört der DBS zu den größten Sportverbänden in Deutschland – natürlich hat das mein Interesse geweckt, als ich mitbekommen habe, dass ein neuer Generalsekretär gesucht wird“, sagt Burmester.
 
Er wolle seine Erfahrungen, insbesondere aus der Verwaltung und der Sportpolitik, einbringen. „Aus meinem persönlichen Rucksack kann ich sicherlich einiges gebrauchen, vor allem mit Blick auf die Bereiche Personal, Organisation, Haushalt und Digitalisierung“, erklärt der Kölner. „Der Behindertensport hat ein Nachwuchsproblem, wir wollen unbedingt Kinder und Jugendliche, generell mehr Menschen mit Behinderung, zum Sport bewegen. Dafür braucht es auch Barrierefreiheit in den Sportstätten. Dieses Thema wollen wir offensiv angehen und einfordern.“
 
Weitere Ziele: mehr Trainingsgelegenheiten für Menschen mit Behinderung schaffen, die Athletenförderung weiter ausbauen und die in der jüngeren Vergangenheit deutlich gestiegenen Bundesmittel für den Spitzensport in dauerhafte Strukturen überführen. „Der Leistungssport mit dem Team Deutschland Paralympics hat eine große Strahlkraft, doch auch der Breiten-, Rehabilitations- und Präventionssport sind wichtige Standbeine des DBS“, sagt Burmester. Schließlich hat der Verband in seinen 17 Landes- und zwei Fachverbänden mehr als 600.000 Mitglieder in rund 6400 Vereinen – und künftig, so das Ziel, sollen mehr Menschen mit Behinderung Sport treiben und mehr Vereine sich für Menschen mit Behinderung öffnen.
 
„Mit Torsten Burmester kommt ein Generalsekretär zum DBS, der das Ehrenamt im deutschen Sport genauso kennt wie das Hauptamt. Er arbeitet unaufgeregt, verfügt über analytischen Sachverstand und besticht immer wieder mit seinen vielfältigen Kenntnissen“, sagt Friedhelm Julius Beucher, der dem scheidenden Generalsekretär Thomas Urban für seine private und berufliche Zukunft viel Erfolg und alles Gute wünscht. „Gemeinsam mit dem Präsidium und meinem Team in der Bundesgeschäftsstelle konnten wir in dieser Zeit einiges bewegen. Höhepunkte waren dabei sicherlich die Paralympischen Spiele in Rio und Pyoengchang, der erreichte Aufwuchs im Leistungssportpersonal und in der Sportjahresplanung sowie mehrere Projekte im Bereich Sportentwicklung“, erklärt Urban und fügt an: „Auch in Bezug auf die Professionalisierung der Abläufe in der Bundesgeschäftsstelle und in der Vermarktung gemeinsam mit unserem Partner Deutsche Sport Marketing sind wir einen guten Schritt vorangekommen. Ich bin überzeugt, dass mein Nachfolger diesen Weg sehr erfolgreich fortführen wird und wünsche ihm dabei alles Gute.“

Foto: DBS
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Veröffentlicht in: Nachrichten

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