Weltenbummeln im Rollstuhl -Teil 3

Bora Bora: Tauchen und Baden mit zutraulichen Rochen.

Willkommen auf Bora Bora

Wieder in Tahiti gelandet folgte am Tag drauf der Weiterflug nach Bora Bora. Die Ankunft – für Roland ein Highlight: „Man konnte die Schönheit der Insel einfach nicht fassen. Die Farben des Meers, weiße Strände mit Palmen, fast kitschig, aber real. Man wurde mit der Fähre auf die Hauptinsel gebracht. Dort erwartete uns schon Gerald, bei dem wir zwei Tage direkt am Meer wohnten. Abends kamen die Haie bis ans Ufer.“ Gleich für den nächsten Tag buchten die beiden daher eine Lagunenrundfahrt und einen Tauchgang. „Am ersten Halt mitten in der Lagune waren auf einmal Dutzende von Schwarzspitzenhaien rund um unser Boot und es hieß: Ab ins Wasser. Leider nicht für mich, da der Einstieg viel zu hoch war. Aber ich sollte in den nächsten Tagen noch mehrmals die Gelegenheit haben, mit Haien zu tauchen. Also habe ich von Bord aus gefilmt. Die Haie sind neugierig und zugleich scheu. Sie halten immer ungefähr eineinhalb Meter Abstand von den ‚großen Tieren‘, die da im Wasser sind. Ein echtes Erlebnis.“ Am zweiten Spot erwarteten die Ausflügler dann Rochen. „Diese kennen keinerlei Berührungsängste. Wie eine Herde Katzen streichen sie um die Beine und lassen sich gerne auch mal anfassen. Später ging es noch auf eine Insel zum Mittagessen und Relaxen. In diesem kristallklaren Wasser zu tauchen ist eine Wucht. Die Farben sind so deutlich, und die Sicht unter Wasser ist gigantisch.“ Nächste Reiseetappe war dann Rangiroa, ein Atoll mit mehreren „Passes“, das sind Durchbrüche in einem Ringatoll. „An einem dieser Durchbrüche sind wir getaucht. Neben Fischschwärmen haben wir hier auch Haie und Delfine sehen können.“ Dann kam Fakarava ­– ein weiteres Atoll. Hier wurde am South Pass die Reportage „700 Sharks“ gedreht. In diesem Pass mit dem zugehörenden Riff sind jeden Abend 500 bis 700 Haie zu finden – die Grey Wall. In ihrem Hostel teilte man Roland und Anita allerdings mit, dass in den nächsten vier Tagen kein Tauchgang möglich sei. „Wir haben dann aber doch noch eine Möglichkeit gefunden, wenigstens zweimal zu tauchen, und Anita konnte sogar einen Nachttauchgang machen, bei dem sie die Grey Wall sehen und einen Hai anfassen konnte. Leider ist die Tauchbasis sehr schlecht organisiert und insbesondere Handicapped Diver haben es richtig schwer – eine nicht so schöne Erfahrung.“ Es folgte die Rücktour nach Tahiti und Tahiti Iti, die kleine Halbinsel, die sich an Tahiti schmiegt. „Wir sind bei Milady eingezogen. Eine quirlige Polinesierin, die uns gleich auch mit einem Lei, dem typisch polynesischen Blumenkranz, begrüßte. Wir haben uns ein Auto gemietet und damit die Insel erkundet. Bei einem dieser Streifgänge haben wir uns dann zu sehr auf das Navi verlassen. Es zeigte zwar eine Straße an, diese wurde aber immer steiler, enger und schmutziger. Da es dann auch noch zu regnen anfing und wir schlussendlich auf einen Trampelpfad zufuhren, stellten wir das Auto mit Frontantrieb zuerst einmal ab, um uns zu beratschlagen. Die Straße war sehr steil und kaum breiter als der Wagen. Beim Abstellen rutschte er schon einige Zentimeter hangabwärts. Da ich mein Fahrgerät nicht dabei hatte, konnte ich Anita nur Ratschläge geben. Wir haben versucht, den Wagen rückwärts zu wenden, was uns letztlich auch gelang. Ohne zu viel Gas zu geben, ging es den Berg wieder hinauf – vorbei an verlassenen Häusern und wieder zurück in die Zivilisation. Zu Hause genehmigten wir uns zuerst einmal einen Drink, um die Nerven zu beruhigen.“

Traumhaftes Hawai

Die nächste Etappe war dann Hawai, genauer Maui. „Wir haben unseren Honeymoon 2010 schon in Hawaii verbracht und deshalb bei der Planung beschlossen, dass dies der richtige Ort im Pazifik ist, um eine solche Reise abzuschließen. Maui hat uns damals am besten gefallen, deshalb war es nun unser erstes Ziel.“ Nachdem zwei Tage später auch Günter und Regina, Rolands Schwager und Schwägerin, zur Gruppe dazugestoßen waren, ging es gemeinsam nach Molokai – eine ehemalige Leprainsel. Auf einer Landzunge abgesperrt mussten die Kranken hier früher isoliert leben. „Den Trubel von Honolulu und Waikiki sucht man hier vergeblich. Die Insel ist etwas zum Entschleunigen. Gleich am nächsten Tag durchquerten wir sie mit dem Mietwagen, da Regina und Günther nach zwei Tagen weiter nach Kauai reisen wollten.“ In Hilo auf Big Island traf das Paar dann Rolands besten Freund Markus und dessen Frau Anja. Von dort aus wollten sie den Vulcano Nationalpark befahren. Leider waren viele Attraktionen im Park nicht zugänglich. Und auch der Vulkan selbst war gesperrt. „Die Caves im Umfeld von Hilo haben uns dann aber etwas entschädigt. Ein Gang auf den Lavafeldern, der Ausblick am Rand einer Kaldera oder der Gang in eine der Caves, wo die Lava nach dem Stopp der Eruption einzigartige Höhlenformationen hinterlässt, ist atemberaubend.“ An der Westküste in Kona standen dann die Strände und das Baden im Vordergrund. „Aber auch kulturell hat die Westseite viel zu bieten. Hier findet man historische Bauten und Skulpturen der Ureinwohner.“ Anschließend ging es für alle sechs zurück nach Maui – nach Kihei. „Der Vulkan auf Maui ist zwar nicht ganz so hoch wie der Mauna Kea, liegt aber auch über den Wolken. Dort den Sonnenaufgang zu erleben, ist ein Muss. Dann ist es noch unheimlich früh, so gegen 5.30 Uhr, und klirrend kalt. Aber wer kann schon von sich sagen, live einen Sonnenaufgang über den Wolken gesehen zu haben! Zudem kann man auf dem Krater noch ausgiebig wandern. Das haben meine fünf Gefährten auch gemacht, während ich mir die Zeit mit Beachleben vertrieb. Außerdem fuhren wir auch die berühmt-berüchtigte Road to Hana – eine Küstenrundtour mit mehreren Wasserfällen und Pools zum Baden.“ Es folgten noch einige Tage Strandleben und ein Shopping-Trip, bevor es auch für Roland und Anita über Tokio wieder zurück nach Deutschland ging. „Noch heute vergeht kein Tag, an dem wir nicht an diese einzigartige Reise zurückdenken. Wir haben Naturwunder erleben dürfen, verrückte Erlebnisse gehabt und eine Menge Freunde gefunden.“

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