Einfach mal zurücklehnen

Reto Togni und Stefan Villiger, beide Mitgründer des Startups „Versive“, entwickelten am Labor für Bewegungsbiomechanik der ETH Zürich einen Rollstuhl, der sich über die Rückenlehne steuern lässt. Was dahinter steckt? Wir haben in Ausgabe 3/2025 des Magazins RehaTreff nachgehakt.

Wer noch in das Projekt involviert war und welche Schritte in naher Zukunft geplant sind? Die Antworten auf diese Fragen finden Sie hier.

Sie wurden unterstützt von David Mzee. Wie kam es dazu? Welche Aufgaben hat er übernommen und wie beteiligt er sich jetzt an dem Projekt?

David hat sich bereits früh für das Projekt interessiert und an verschiedenen Studien teilgenommen. Durch seinen Hintergrund als Bewegungswissenschaftler und Tüftler bringt er sich mit differenziertem Feedback aktiv in die Diskussionen ein und hilft dabei, die Entwicklung weiter voranzutreiben. In einem Nebenprojekt haben wir außerdem gemeinsam mit ihm seinen Kite-Sitz weiterentwickelt.

Sind noch weitere Rollstuhlfahrende in das Projekt involviert?
Die direkte Zusammenarbeit mit einer großen Zahl an Rollstuhlfahrenden war uns von Anfang an wichtig und sie ist ein integraler Bestandteil des Projekts. Bereits bei der ersten Idee, später für die wissenschaftliche Basis und heute bei jedem einzelnen Entwicklungsschritt erhalten wir auf diese Weise wertvolles Feedback.
Aktuell stehen zwei Rollstühle für Testfahrten und die Nutzung im Alltag zur Verfügung, um sie parallel zur weiteren Entwicklung zu testen. Seit Beginn haben wohl über 100 Menschen an dem Projekt mitgewirkt und unsere Stühle ausprobiert.

Welche weiteren Schritte sind in naher Zukunft geplant?
Wir wurden dieses Jahr vom Wyss Zürich aufgenommen und unsere Zukunft ist damit bis auf Weiteres gesichert. Diese Förderung unterstützt uns in allen Aspekten der anstehenden Kommerzialisierung, also der Entwicklung von Prototypen hin zu einem serienreifen Produkt. Konkret wird noch in diesem Sommer ein seriennaher Prototyp entstehen. Es lohnt sich also, die Entstehung von „Versive“ weiterhin zu verfolgen.

Wo sehen Sie das System in der Zukunft?
Hoffentlich möglichst oft! Basierend auf den bisherigen Ergebnissen und Rückmeldungen sind wir überzeugt, mit dieser einfachen, aber wirkungsvollen Lenkung einen wertvollen Beitrag im Rollstuhlbau und damit für möglichst viele Rollstuhlfahrende leisten zu können.
Kurzfristig mit unseren eigenen Aktivrollstühlen, längerfristig auch in weiteren Kategorien wie Faltrollstühlen, Kinderrollstühlen und im Sport.