Querschnittgelähmte können Beine wieder bewegen

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Andrew Meas, Dustin Shillcox, Kent Stephenson and Rob Summers (v.l.n.r.).
Foto: University of Louisville

Es ist ein Meilenstein der Forschung und klingt wie ein Wunder: Vier querschnittgelähmte Amerikaner können Dank implantierter Elektroden wieder ihre Beine bewegen. Im Rahmen einer neuen experimentellen Therapie wurden ihnen diese direkt in das Rückenmark gesetzt. Die Probanden, das sind Kent Stephenson, Andrew Meas, Dustin Shillcox und Rob Summers. Alle vier 21 bis 28 Jahre alten Männer sind durch Verkehrsunfälle querschnittgelähmt.

Bei der von der Universität Louisville, der Universität California und des Pavlov Institute of Physiology in St. Petersburg gemeinsam durchgeführten Studie, wurde den Probanden Elektroden direkt auf die auf dem Rückenmark aufliegenden Hirnhäute implantiert. Über die Elektroden können von außen über ein Gerät Impulse in das Rückenmark geleitet werden. Die elektrischen Ströme sollen die Signale ersetzen, die bei gesunden Menschen normalerweise vom Gehirn über das Rückenmark geleitet werden. Und die Forscher haben mit ihrer Methode Erfolg: Die Probanden können ihre Beine bewegen und nach etwas Training sogar stehen. „Die Erfahrungen hier haben wirklich mein Leben verändert“, sagt der 23-jährige Rob Summers. Die vier Männer haben nun die Hoffnung, immer mehr die Kontrolle über ihre Muskeln zurückzugewinnen und irgendwann vielleicht wieder gehen zu können. Das revolutionäre dabei sei, so die University of California, dass die Testpersonen ihre Beine willentlich bewegen können. Teilweise kehrten die Sensibilität und damit auch sexuelle Empfindungen zurück. Geheilt werden die Patienten mit dieser neuen Methode jedoch nicht, denn bewegen können sie sich nur, solange das Gerät sie mit Impulsen versorgt. Aber sie gewinnen einen wichtigen Teil ihrer Mobilität zurück und damit ein Stück von ihrem alten Leben.

„Elektro-Stimulation: Querschnittgelähmte können ihre Beine wieder bewegen“ auf Spiegel Online.

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