Bezahlen Krankenkassen bald Cannabis für Schwerkranke?

Cannabis
Eine Darreichungsform von Cannabis ist die Inhalation über einen Vaporizer. Bei der Vernebelung werden, anders als bei einem Joint, angeblich keine krebserregenden Stoffe erzeugt, und keiner der wertvollen Wirkstoffe geht verloren. Foto: privat

Schwerkranke Menschen mit starken Schmerzen sollen künftig leichter an Cannabis zur Linderung ihrer Beschwerden kommen. Das hat die Drogenbeauftragte der Bundesregierung Marlene Mortler in einem Zeitungsinterview in Aussicht gestellt. Ein wichtiger Schritt für die Betroffenen. Denn sie bewegen sich häufig am Rande des Illegalen. Zwar dürfen aktuell in Deutschland rund 350 Patienten Cannabis offiziell aus medizinischen Gründen verwenden, jedoch können sich viele das Produkt aus der Apotheke nicht leisten. Die Krankenkassen übernehmen bislang nicht die Kosten. Ein Gramm kostet in der Apotheke nach Angaben der Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände 15 bis 18 Euro.

Bauen die Patienten die Pflanzen selbst an, müssen sie mit polizeilichen Ermittlungen rechnen, da dies grundsätzlich strafbar ist. Gegen ein Urteil des Kölner Verwaltungsgerichts, das Schwerkranke davon ausnimmt, hat das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) nach Medienberichten Berufung eingelegt, mit der Begründung, dass selbst angebautes Cannabis nicht die Qualität wie das aus der Apotheke habe.

Die Drogenbeauftragte der Bundesregierung Marlene Mortler fordert deshalb, dass die Politik nun schnell Rechtssicherheit schafft und dass die Krankenkassen die Kosten für den Cannabiskonsum aus medizinischen Gründen übernehmen. Mehr zum Thema „Cannabis als Medikament“ finden Sie auch in unserem Printmagazin RehaTreff 4/2014, S.42.

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