Deutschlands erste blinde Strafanwältin

StrananwältingJustitia ist blind. Was aber, wenn eine Blinde Richterin werden will? Die junge Berliner Juristin Pamela Pabst hat zusammen mit der Autorin Shirley Michaela Seul aufgeschrieben, wie sie sich mit Intelligenz, Mut und Durchhaltevermögen gegen viele Widerstände einen Traum verwirklicht hat: Sie ist die erste von Geburt an blinde Strafanwältin Deutschlands geworden. Strafanwältin – denn Strafrichterin durfte sie nicht werden, doch dazu später mehr. Schon als Elfjährige war Pamela Pabst fasziniert von dem Wort »Mandant« und wollte seitdem Juristin werden. Wie sie sich diesen Traum erfüllt hat, ist ebenso außergewöhnlich wie beeindruckend. Ihre Eltern schickten sie auf eine gewöhnliche Grundschule und später auf ein Gymnasium – zu einer Zeit, als das Konzept der Inklusion, noch weitgehend unbekannt war. Das eröffnete ihr viele Möglichkeiten – auch wenn ihr die Klassenkameraden oftmals „die Hölle“ waren. Später, während ihres Studiums, musste sie immer wieder dafür kämpfen, dass bei Klausuren und Examen auf ihre Behinderung Rücksicht genommen wurde.

Bei aller Stärke und Sicherheit, die sie aus den dabei gemachten Erfahrungen zog – es gab auf diesem Weg immer wieder Hürden, schwierige Momente der Ausgrenzung und der Einsamkeit. Die größte und letztlich unüberwindliche Hürde: Strafrichterin durfte sie nicht werden – denn nach aktueller höchstrichterlicher Rechtsprechung muss ein Strafrichter sehen können (so befremdlich und inklusionsfeindlich das auch scheinen mag). Pabst musste von ihrem größten Traum Abschied nehmen und stattdessen mit dem zweitgrößten Vorlieb nehmen: Sie wurde Strafanwältin. Mit großer Offenheit, mit Humor und ohne Larmoyanz gewährt Pamela Pabst Einblick in ihr Leben und ermutigt zugleich alle – Sehende wie Nichtsehende –, konsequent ihren eigenen Weg zu gehen.

„Ich sehe das, was ihr nicht seht“ erscheint am 3. Februar bei Hanser Berlin.

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