Elektrizitätskosten zurückholen, geht das?

Aufgrund des Gasmangels ist mit erheblichem Preisanstieg bei der Elektrizität zu rechnen. Denn oftmals sind vor allem private Haushalte an die Grenzen des Möglichen gekommen – und das gilt gemäß Aussagen des Allgemeinen Behindertenverbandes in Deutschland nicht zuletzt für Menschen mit einem Handicap, die oftmals auf elektrische Hilfsmittel angewiesen sind und hierbei nicht auf etwaigen Stromfluss verzichten können. Wie der Sozialberater des ABiD einschätzt, dürfte die Not in diesem Bereich noch zunehmen: „Oftmals werden Kosten für den Betrieb von Treppenliften, das Aufladen von E-Rollstühlen, elektrische Badewannensitze oder auch das Hausnotrufgerät nicht übernommen und belasten so den Geldbeutel der Betroffenen“, erklärt Dennis Riehle, der in den letzten Wochen zunehmend Anfragen von besorgten und in Armut gerutschten Bürgern erhält: „Die Nachteilsausgleiche, die behinderten Personen vom Staat zugestanden werden, reichen bei weitem nicht aus, die gestiegenen Ausgaben für den Bereich der Stromnutzung für Hilfsgeräte auch nur im Ansatz zu decken. Allerdings wissen viele Betroffene nicht, dass es Möglichkeiten gibt, sich zumindest Teile der Elektrizitätskosten zurückzuholen. Gerade, wenn ein Mensch mit Beeinträchtigung als pflegebedürftig eingestuft ist, übernimmt die Krankenkasse ganz erhebliche Kostenaufwendungen für hilfsmittelbezogene Stromgebühren. Zudem kann im Fall von Bedürftigkeit auch das Sozialamt im Rahmen von Hilfen zum Lebensunterhalt und für Gesundheit mögliche Unterstützung leisten. Und auch ein Schwerbehindertenausweis kann finanzielle Entlastung bringen, selbst wenn der Inhaber nicht steuerpflichtig wäre. Das Problem ist einfach, dass viele Menschen nicht über die öffentlichen Hilfen unterrichtet sind – und das ist bei unserem durchaus als hochkomplex zu bezeichnenden Sozialsystem auch kein Wunder“, sagt der Sozialberater. Er empfiehlt deshalb, sich entsprechend zu informieren: „Viele Verbände, wie auch der ABiD, bieten entsprechende Beratungsmöglichkeiten an. Schlussendlich kommen viele Haushalte in Bezug auf Hilfsmittel nicht mit weniger Strom aus, Sparen ist hier also die falsche Devise. Stattdessen bestehen Rechte für zahlreiche Bürger, welche wir transparent machen möchten. Es braucht in Krisenzeiten einen Schulterschluss mit denjenigen Personen, die ansonsten keine Stimme haben.“

„Viele Betroffene können Stromkosten für Hilfsmittelbetrieb nicht mehr finanzieren!“

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