Lebenshilfe unterstützt Forderung nach Bundestagsdebatte über vorgeburtliche Bluttests

Zahlreiche Abgeordnete setzen sich mit einem fraktionsübergreifenden Positionspapier dafür ein, dass im Deutschen Bundestag über die gesellschaftlichen und ethischen Folgen von vorgeburtlichen Bluttests gesprochen werden muss. Und das sehr bald, noch bevor solche Tests als Kassenleistung zugelassen werden könnten. Die Bundesvereinigung Lebenshilfe unterstützt die Forderung nach einer Bundestagsdebatte. Sie befürchtet, dass die Bluttests zur Regel-Untersuchung in der Schwangerschaft werden und so Ärzte flächendeckend nach dem Down-Syndrom und anderen Chromosomen-Veränderungen im Bauch der Mutter fahnden.

„Mit den neuen Methoden der Pränataldiagnostik geraten Eltern von Kindern mit Behinderung immer stärker unter Rechtfertigungsdruck und die Menschen mit Behinderung selbst bekommen immer mehr das Gefühl, in dieser Gesellschaft nicht gewollt zu sein“, sagt Monika Haslberger (Freising), stellvertretende Bundesvorsitzende der Lebenshilfe und Mutter einer erwachsenen Tochter mit Down-Syndrom. „Diese Tests dienen keiner medizinischen Behandlung. Sie schaffen nicht mal Klarheit darüber, ob tatsächlich ein Down-Syndrom vorliegt – etwa jedes fünfte Ergebnis eines Down-Syndroms ist fehlerhaft: Die Schwangeren erwarten gar kein Kind mit Down-Syndrom. Wenn ein Down-Syndrom diagnostiziert wird, führt das in den allermeisten Fällen zur Abtreibung des Kindes.“

Die Lebenshilfe begrüßt, dass bei der Pressekonferenz zum Positionspapier der Bundestagsabgeordneten mit dem Berliner Schauspieler Sebastian Urbanski ein Gesprächspartner zur Verfügung steht, der selbst mit dem Down-Syndrom lebt. Monika Haslberger: „Ich erwarte von der Politik, dass auch bei weiteren Beratungen zu den Bluttests Menschen mit Behinderung und ihre Familien zu Wort kommen.“

www.lebenshilfe.de

Weitere Artikel

Stefan Kiefer wird neuer Generalsekretär des DBS

Der Deutsche Behindertensportverband (DBS) bekommt einen neuen Generalsekretär: Der 56-jährige Stefan Kiefer übernimmt die Position im Sommer 2022 und folgt damit auf Torsten Burmester,...

Messevorschau REHAB 2022

Vom 23. bis 25. Juni 2022 öffnet die REHAB bereits zum 21. Mal ihre Tore. Rund 350 Ausstellende aus insgesamt 18 verschiedenen Ländern werden...

Gemeinsam für den wissenschaftlichen Fortschritt

Durch technologische Innovation kann die Lebensqualität von Menschen verbessert werden, die auf Prothesen angewiesen sind. Der Össur- und Ottobock-Research Trust Fund wurde an der...

Soziale Medien

0NachfolgerFolgen

Letzte Beiträge