MUT-TOUR macht auf Depressionen aufmerksam

„Viel zu oft wird in unserer Gesellschaft vergessen, dass nicht jeder Behinderung oder chronischer Erkrankung eine äußerlich sichtbare Krankheit zugrunde liegt“, betont Matthias Poeppel, Direktor Sportentwicklung im Deutschen Behindertensportverband (DBS). Gemeinsam mit anderen Partnern hat der DBS den Aktionstag der MUT-TOUR 2016 in Köln unterstützt. Die MUT-TOUR ist Deutschlands erstes Aktionsprogramm auf Rädern, das seit 2012 durch Deutschland rollt und einen Beitrag zur Entstigmatisierung der Depression als Erkrankung leistet.

Matthias Poeppel gab gemeinsam mit Bürgermeister Hans-Werner Bartsch, der die Kölner Oberbürgermeisterin und Schirmherrin des Aktionstages in Köln, Henriette Reker, vertrat, den Startschuss zur MUT-TOUR. Bei immer mehr Menschen wird heutzutage eine psychische Erkrankung festgestellt. Die Wahrscheinlichkeit, im Laufe des Lebens beispielsweise eine behandlungsbedürftige Depression zu entwickeln, liegt hierzulande laut der Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie, Psychotherapie und Nervenheilkunde bei 16 bis 20 Prozent (Stand 2015).

Foto: DBS
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Allen psychischen Erkrankungen gemein ist, dass die vertraute Realität der Betroffenen mehr und mehr außer Kraft gesetzt wird. Ein innerer Rückzug beginnt, der sich schließlich auch nach Außen zeigt. Die Beziehung zu Freunden und Familie leidet, geliebte Hobbys verlieren an Bedeutung. Der Antrieb, Dinge zu unternehmen lässt zunehmend nach. Und immer neue körperliche Symptome begleiten den Tag, so dass auch die positive Wahrnehmung und Fürsorge für den eigenen Körper verloren gehen kann. Um das Leben der Betroffenen in solchen Situationen wieder in Fluss zu bringen, sind eine professionelle ärztliche Behandlung, ein erfahrener Psychotherapeut und ein unterstützendes Umfeld von zentraler Bedeutung.

Bewegung, Spiel und Sport kommt dabei eine wichtige Rolle zu. „Raus aus dem Kopf, rein in die Bewegung“ – so heißt die Devise. Der DBS bietet mit seinen Landes- und Fachverbänden spezielle Angebote für Menschen mit psychischen Erkrankungen im Rahmen des Rehabilitationssports an. Rehabilitationssport gibt dabei Menschen mit psychischen Erkrankungen die Möglichkeit, ihre Bewegungsfähigkeit mit Hilfe von speziell ausgebildeten Übungsleitern nachhaltig zu verbessern.

„Viele Teilnehmer schaffen es auf diesem Weg, wieder Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten zu entwickeln, ihr Selbstbewusstsein zu festigen und den Verlauf ihrer Krankheiten so positiv zu beeinflussen, dass sie wieder stärker am gesellschaftlichen Leben teilnehmen können. Rehabilitationssport fördert somit die Hilfe zur Selbsthilfe“, erklärt Matthias Poeppel. Darüber gelinge es, die Eigenverantwortung des Einzelnen für die Gesundheit zu stärken und dazu zu motivieren, das selbstständige Bewegungstraining in den Alltag zu integrieren. Zurzeit werden von über 41.000 qualifizierten und lizenzierten Übungsleiterinnen und Übungsleitern sowie Trainerinnen und Trainern vielfältige Sportgruppen in den Behinderten- und Rehabilitationssportvereinen des Deutschen Behindertensportverbandes geleitet. Zu diesen Sportgruppen zählen auch Angebote für Menschen mit psychischen Erkrankungen.

PM/AWS

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