Patenfamilien für Begleithunde gesucht

Symbolfoto (Flickr.com, CC, André Zehetbauer)
Symbolfoto (Flickr.com, CC, André Zehetbauer)

Hunde für Handicaps: Vierbeiner werden in privater Umgebung auf ihren künftigen Einsatz vorbereitet

Hunde können wertvolle Helfer im Alltag sein, vor allem für Menschen mit Behinderung. Doch der Einsatz erfordert ein hohes Maß an Vorbereitung und Training. Daher sucht der Verein „Hunde für Handicaps“ in Berlin Familien, die als Paten einen Hund für ein Jahr bei sich aufnehmen. Im Rahmen dieser Fremdausbildung bekommen die Tiere einmal wöchentlich ein Training – unter anderem in der Familie, aber auch an verschiedenen Orten. „Ziel ist es, den Hund auf die Situationen des Alltags vorzubereiten“, sagt Maria Roll vom Vorstand des Vereins.

Die Ausbildung eines Behindertenbegleithundes funktioniert nur mit der Hilfe einer Patenfamilie. Neben Zeit und Liebe für den Hund sollte in der Patenfamilie eine feste Bezugsperson existieren. Der Hund darf täglich nicht länger als vier Stunden allein bleiben und muss in der Wohnung der Familie schlafen – idealerweise in den ersten Wochen sogar im Schlafzimmer. In den ersten sechs Monaten gibt es einmal in der Woche ein Training. In dieser Zeit lernen die Welpen alltägliche Situationen und Orte kennen – darunter auch Verkehrsmittel, Läden und andere Tiere kennen. Die Paten werden von einem Vereins-Ausbilder während des gesamten Jahres betreut. Kosten für Futter, Versicherung und Tierarzt trägt der Verein, die Hunde bleiben außerdem Eigentum von Hunde für Handicaps e.V.

Die Ausbildung wird von erfahrenen Trainern des Vereins übernommen, in einigen Regionen der Bundesrepublik unterstützen auch zertifizierte Hundetrainer des Berufsverbandes der Hundeerzieher und Verhaltensberater e. V. (BHV) das Projekt. Die Kosten der Ausbildung eines Behindertenbegleithundes belaufen sich auf 17.000 bis 25.000 Euro. Die Krankenkassen erkennen einen Behindertenbegleithund nicht als medizinisches „Hilfsmittel“ an und verwehren jede Form der finanziellen Unterstützung. Daher müssen die Ausbildungskosten selbst vom zukünftigen Besitzer getragen werden, der Verein ist jedoch bei der Suche nach geeigneten möglichen Spendern gerne behilflich.

Interessenten können sich per E-Mail unter info@servicedogs.de melden. Das Treffen für die zukünftigen Paten ist am 30. Januar in Berlin geplant.

 

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