Politik muss Rehabilitation stärker fördern

Ilse Müller
Ilse Müller. Foto: BDH

Einer Studie des Rheinisch-Westfälischen Instituts für Wirtschaftsforschung (RWI) zufolge, entfaltet die medizinische Rehabilitation spürbare positive Effekte auf den Gesundheitszustand chronisch Kranker. Das Institut bestätigte mit seiner Studie die tägliche Erfahrung der Träger medizinischer Rehabilitationsleistungen. Der BDH Bundesverband Rehabilitation, selbst mit fünf Kliniken im Bereich der neurologischen Rehabilitation vertreten, fordert vor diesem Hintergrund eine deutliche Aufstockung des Reha-Budgets, um chronisch Kranken längere Erwerbsphasen zu ermöglichen und so die Rentenkassen zu entlasten.

„Medizinische Rehabilitation stärkt die gesetzliche Rentenversicherung auf lange Sicht und ist ein unverzichtbarer Baustein im Ringen um die Teilhabe chronisch kranker Menschen. Die Möglichkeit zur Teilnahme am Erwerbsleben auch mit gesundheitlichem Handicap ist fundamentales Element eines selbstbestimmten Lebens und muss politisch stärker gefördert werden. Gerade unsere alternde Gesellschaft hat ein Interesse daran, Menschen nach schwerer Erkrankung ein längeres Erwerbsleben zu ermöglichen und Pflegebedürftigkeit und Frühverrentung zu vermeiden. Je früher eine Rehamaßnahme umgesetzt werden kann, desto größer der medizinische Erfolg“, so die BDH-Vorsitzende Ilse Müller.

Das bestätigte auch das RWI Essen, das in seiner Studie für die Deutschen Rentenversicherungen Westfalen und Rheinland die „deutlichen Verbesserungen im Gesundheitszustand nach medizinischer Reha“ unterstrich. „Präventive Gesundheitspolitik ist ein wichtiger Baustein zu einer vorausschauenden Rentenpolitik. Der positive volkswirtschaftliche Effekt der Rehabilitation auf die Lebensarbeitszeit sollte ein ausreichendes Motiv sein, politisch zu handeln und unsere Sozialversicherungen mit Weitsicht sattelfest zu machen. Verzichtet die Politik auf präventive Politikansätze, werden wir schon bald wieder Politik nach Kassenlage und drastisch steigende Beiträge zur Sozialversicherung erleben. Bislang jedenfalls hat sich kaum etwas getan. Angesichts der extrem raschen Alterung der deutschen Gesellschaft ist die Erhöhung des Reha-Budgets nichts als ein Tropfen auf dem heißen Stein“, warnt Müller.

2014 hatte die Bundesregierung das Reha-Budget mit Blick auf die Demografie etwas angepasst und rückwirkend um 100 Mio. Euro erhöht. Bis 2017 soll der Zusatzbeitrag auf 233 Mio. Euro ansteigen, um dann wieder abgeschmolzen zu werden, wenn die geburtenstarken Jahrgänge aus dem Erwerbsleben ausscheiden.

 

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