Triage-Entscheidungen ohne Diskriminierung

Triage-Entscheidungen sind vor allem eine menschenrechtlich-ethische und keine primär medizinische Frage. Das betonen die Verbände, die sich seit Mai 2020 als „Runder Tisch Triage“ mit dem Thema beschäftigen, in einem veröffentlichten Impulspapier. „Das oftmals zitierte Kriterium der Erfolgsaussicht ist nur zulässig für die Frage, ob mit Intensivtherapie eine Überlebenschance gegeben ist oder nicht“, erläutert die Sprecherin der LIGA Selbstvertretung, Dr. Sigrid Arnade. Neben der LIGA tragen die Caritas Behindertenhilfe und Psychiatrie (CBP) sowie das Forum behinderter Juristinnen und Juristen (FbJJ) zum Runden Tisch Triage und somit auch zum Impulspapier bei.
Im Falle einer Überlebenschance muss es nach Ansicht der Verbände verboten sein,  Überlebenswahrscheinlichkeiten verschiedener Personen zu vergleichen, da dies immer diskriminierend sei. „Unzulässig ist es auch, eine begonnene intensivmedizinische Behandlung abzubrechen, solange eine Überlebenschance besteht“, so Arnade.
Vielmehr berufen sich die Verbände des Runden Tisches neben der Intensivpflichtigkeit und der  Überlebenschance auf menschenrechtlich fundierte Kriterien wie den Behandlungswunsch, die Dringlichkeit und letztlich das Zufallsprinzip. Alle anderen bislang diskutierten Kriterien bewerten nach Arnades Auffassung im Endeffekt ein Leben doch als höherwertig als ein anderes. „Allein aufgrund unserer historischen Verantwortung dürfen wir in Deutschland nie wieder in solch eine Situation kommen“, appelliert die LIGA-Sprecherin.

Zum Impulspapier.

 

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