Zehn Jahre nach dem Tsunami

Tsunami
Tsunami-Opfer in Sri Lanka. Foto: CBM/Thomas Lohnes

Seit dem 26. Dezember 2004 ist das Wort „Tsunami“ den meisten ein Begriff: Am zweiten Weihnachtsfeiertag vor zehn Jahren hat damals die Nachricht über haushohe Flutwellen an den Küsten Südostasiens die Menschen aus der Festtagsstimmung gerissen. Rund 230.000 Menschen starben, über 1,7 Millionen Küstenbewohner wurden obdachlos. Die Christoffel-Blindenmission (CBM) und ihre Partner leisteten direkt nach dem Unglück Nothilfe und halfen beim Wiederaufbau. Indische Fischer erhielten neue Boote und Netze. Auf Sri Lanka baute die CBM weggeschwemmte Häuser barrierefrei wieder auf und renovierte beschädigte Häuser. Mit Mikrokrediten wurden Menschen unterstützt, sich eine neue Existenz aufzubauen. Bei allen Maßnahmen berücksichtigte die CBM Menschen mit Behinderungen besonders. CBM-Geschäftsführer Dr. Rainer Brockhaus sagt dazu: „Bei Katastrophen sind Menschen mit Behinderungen die ersten die vergessen werden und die letzten die Hilfe erhalten. Genau deshalb ist das Engagement der CBM in Nothilfesituationen unerlässlich.“ Bis 2011 investierte die CBM über neun Millionen Euro in die direkte Nothilfe nach dem Tsunami.

Dauerhafte Hilfe bei psychischen Erkrankungen

Und die CBM engagiert sich in der Region auch weiterhin. Aus der Nothilfe heraus sind neue Projekte entstanden, die die Lebenssituation für Menschen mit Behinderungen dauerhaft verbessern. Direkt nach dem Tsunami half die CBM traumatisierten Kindern und Erwachsenen in der indonesischen Provinz Aceh, die schrecklichen Erlebnisse zu verarbeiten und neue Perspektiven zu entwickeln. Dabei zeigte sich, dass Menschen mit psychischen Behinderungen dort zuvor keinerlei Unterstützung erhielten. So hat die CBM ein Programm zur psychischen Gesundheitsfürsorge dauerhaft eingerichtet, das seither allen Menschen mit psychischen Behinderungen offen steht. Weltweit leben 15 Prozent der Menschen mit einer oder mehreren Behinderungen. Diese Menschen seien von Naturkatastrophen stärker betroffen, weil sie zum Beispiel Warnzeichen nicht erkennen oder sich nicht rechtzeitig in Sicherheit bringen können, so die CBM.

Seit über 100 Jahren Entwicklungshilfe

Die Christoffel-Blindenmission (CBM) zählt zu den größten und ältesten Organisationen der Entwicklungszusammenarbeit in Deutschland. Sie fördert seit über 100 Jahren weltweit Menschen mit Behinderungen in Entwicklungsländern. Seit 1967 unterstützt sie Projekte in Südostasien. Die Aufgabe der CBM ist es, das Leben von Menschen mit Behinderungen zu verbessern, Behinderungen zu vermeiden und Barrieren abzubauen. Weitere Informationen unter www.cbm.de.

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