„Für diese Entscheidung schäme ich mich zutiefst!“

Das Governing Board des Internationales Paralympisches Komitees hat auf seiner Sitzung  beschlossen, dass die russischen und belarussischen Mannschaften als neutrale Athleten und Athletinnen an den Paralympischen Spielen in Peking teilnehmen dürfen. Der Deutsche Behindertensportverband hält diesen Beschluss für inakzeptabel und bezeichnet die Entscheidung „in der derzeitigen weltpolitischen Lage als völlig falsches Signal.“

„Das ist enttäuschend und mutlos. Angesichts der täglichen Kriegsgräuel in der Ukraine hätten wir einen solchen Beschluss nicht für möglich gehalten. Es hätte eine konsequente Entscheidung gebraucht, jetzt und nicht im Anschluss an die Paralympics. Dieser Beschluss sendet ein völlig falsches Signal. In der Ukraine tobt eine russische Invasion und das IPC beruft sich auf Regeln und Paragraphen, dafür haben wir keinerlei Verständnis. Im Falle eines Krieges ein Regelwerk heranzuziehen, dass nicht die Einhaltung des olympischen und paralympischen Friedens berücksichtigt, können wir nicht nachvollziehen und ist in unseren Augen falsch. In einer solchen Situation braucht es moralische und politische Entscheidungen, keine juristischen. Ich kann und will mir noch immer nicht vorstellen, dass russische und ukrainische Athlet*innen am Freitag bei der Eröffnungsfeier ins Stadion einziehen und sich ab Samstag in sportlichen Wettkämpfen messen. Wir respektieren eine demokratisch getroffene Entscheidung, können diese aber nicht akzeptieren“, so DBS-Präsident Friedhelm Julius Beucher. Chef de Mission Dr. Karl Quade: „Es ist nicht nachvollziehbar, dass das IPC eine völlig andere Entscheidung trifft, als der absolute Großteil der Sportwelt. Seit der Gründung des IPC 1989 bin ich Mitglied der paralympischen Bewegung, doch für diese Entscheidung schäme ich mich zutiefst. Viele nationale Komitees haben totales Unverständnis für diese Entscheidung gezeigt, auch wir.“

Der Deutsche Behindertensportverband hatte im Vorfeld sowohl öffentlich als auch in einem Schreiben an das IPC einen Ausschluss der russischen und belarussischen Mannschaften von den Paralympischen Winterspielen in Peking gefordert. Die Paralympics werden am kommenden Freitag eröffnet, die Wettkämpfe werden vom 5. bis 13. März ausgetragen.

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