Tischtennis-EM: Nikelis-Comeback nach achtmonatiger Pause

Holger Nikelis ist zurück. Pünktlich zur Tischtennis-Europameisterschaft vom 12. bis 17. Oktober 2015 in Vejle (Dänemark). Der zweifache Paralympics-Sieger musste zuletzt aufgrund eines Abzesses im Sitzbereich, der durch eine Haarwurzel-Entzündung entstanden ist, fast acht Monate pausieren. Nach einer Begutachtung in der Notaufnahme musste dieser operativ entfernt werden und zog eine lange Wundheilung nach sich.

Foto: Andreas Geist
Foto: Andreas Geist

Seit Mitte September ist der Künzeller (Hessen) wieder im Training und zuversichtlich: „Dafür, dass ich beinahe das ganze Jahr nicht gespielt habe, lief es schon recht gut“. Die Qualifikation für die Paralympics 2016 in Rio de Janeiro fest im Blick arbeitet er hart daran, seine Form stetig zu steigern und möglicherweise schon bei der EM die ersten Erfolge einzufahren. Neben Nikelis sind 21 weitere Athletinnen und Athleten im Aufgebot des Deutschen Behindertensportverbandes (DBS) unter Leitung von Bundestrainer Volker Ziegler.

Nach dem einwöchigen Vorbereitungslehrgang im thüringischen Bad Blankenburg ist die DBS-Delegation nach Vejle aufgebrochen. Unmittelbar vor den Wettkämpfen müssen einige Athleten jedoch noch auf eine Verbesserung ihres Gesundheitszustandes hoffen, wie der Bundestrainer verrät: „Unsere Konzentration gilt nun der EM, die sicherlich nicht einfach für uns wird, da wir krankheits- und verletzungsbedingt sowie durch eine anstehende Klassifizierung noch einige Fragezeichen haben. Die Mannschaft muss mit dieser Unsicherheit zurechtkommen und unbeeindruckt von kurzfristigen Veränderungen ihre Leistung abrufen.“

Bei der letzten EM im italienischen Lignano 2013 brachte die deutsche Mannschaft elf Medaillen mit nach Hause – eine Ausbeute, die sich wahrlich sehen lassen konnte. Bundestrainer Volker Ziegler sprach von einer fast optimalen Leistung seiner Schützlinge. Dennoch sollte das Ziel in diesem Jahr sein, die Bilanz von vor zwei Jahren möglichst noch zu übertreffen, zumindest in der Farbe des Edelmetalls. Denn ganz oben auf dem Treppchen standen damals nur Thomas Schmidberger, Thomas Brüchle und Jan Gürtler in der Wettkampfklasse 3 – Schmidberger wurde sowohl Europameister im Einzel als auch mit seinen Kollegen im Team. Ansonsten waren einige Silber- und Bronzemedaillen sowie sechs Viertelfinalteilnahmen zu verzeichnen; sicherlich sehr gute Leistungen, aber doch teilweise noch zu toppen.

Gerade in diesem Jahr ist der Blick auf die Goldmedaille bei der EM noch verlockender als sonst – immerhin haben die Kontinentalmeister der Einzelkonkurrenzen ihr Ticket zu den Paralympics in Rio de Janeiro bereits sicher in der Tasche. Doch die gleiche Motivation verspürt natürlich auch die europäische Konkurrenz – es wird unter den schwierigen Vorzeichen sicherlich kein Kinderspiel, die Bilanz von 2013 noch einmal zu verbessern. Holger Nikelis ist nach der langen Pause freilich froh, dass er wieder mitmischen darf. „Ich freue mich sehr, wieder zum Schläger greifen zu dürfen und endlich mein großes Ziel, die Paralympics 2016 in Rio de Janeiro, in Angriff nehmen zu können“, sagt der 37-Jährige und ergänzt: „Mir hat in der Zeit ohne Tischtennis wirklich etwas gefehlt.“

 

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