Vanessa Low gewinnt über 100 Meter Silber

Nach dem Weitsprung-Finale hatte es im Duell mit der italienischen Dauerrivalin Martina Caironi noch 1:0 für Vanessa Low (25, Oklahoma City/USA, TSV Bayer 04 Leverkusen) gestanden. Die 25-Jährige sicherte sich bei der Leichtathletik-WM in Doha (Katar) ihr erstes internationales Gold ihrer Karriere – mit Weltrekord. Und hatte Blut geleckt. Auch über die 100 Meter wollte sich die doppelseitig amputierte Low in der Startklasse T42 nicht kampflos geschlagen geben, hatte allerdings gegen die schnelle Italienerin trotz neuer persönlicher Bestzeit und deutschem Rekord das Nachsehen.

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Foto: Marcus Hartmann, www.photo-hartmann.de

Mit 15,41 Sekunden lief die Athletin des TSV Bayer 04 Leverkusen als Zweitschnellste über die Ziellinie, während Caironi mit 14,61 Sekunden einen neuen Fabel-Weltrekord aufstellte und ihre Bestzeit aus dem Vorlauf noch einmal um vier Zehntel unterbot. Knapp an Bronze vorbeigelaufen ist Jana Schmidt (42, Klocksin/MVP, 1. LAV Rostock) als Vierte, der nur acht Hundertstel fehlten.

Vanessa Low war nach ihrem großen Erfolg im Weitsprung auch mit Silber über 100 Meter zufrieden. „Ich habe mich deutlich gesteigert. Der Lauf war allerdings nicht ganz rund, daher wäre zeitlich auch noch mehr möglich gewesen“, resümierte die 25-Jährige und fügte an: „Ich weiß, dass ich mit Blick auf die Paralympics in Rio noch viel vor habe und weiter hart arbeiten muss. Es geht aber definitiv in die richtige Richtung.“ Einmal Gold mit Weltrekord, einmal Silber mit deutschem Rekord – für Vanessa Low war die WM eine Erfolgsgeschichte.

Das deutsche Team hat nach neun von zehn Wettkampftagen bereits siebenmal Gold, siebenmal Silber und neunmal Bronze auf dem Konto. Am morgigen Samstag gibt es zum Abschluss der WM noch ein richtiges Highlight: die mit Spannung erwartete 4×100 Meter-Staffel der Herren mit Markus Rehm, David Behre, Felix Streng und Johannes Floors.

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Foto: DBS / Jörg Frischmann

In Doha kämpfen die besten Leichtathletinnen und Leichtathleten mit Handicap in insgesamt 214 Entscheidungen um die WM-Titel. Für das 30-köpfige deutsche Team geht es dabei nicht nur um WM-Medaillen, sondern auch um die ersten Startplätze für die Paralympics 2016 in Rio de Janeiro.

 

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