Bessere Zahnarztbehandlung für Behinderte

Erster Lehrstuhl für behindertenorientierte Zahnmedizin an der Uni Witten/Herdecke Foto: proDente e. V.
Erster Lehrstuhl für behindertenorientierte Zahnmedizin an der Uni Witten/Herdecke Foto: proDente e. V.

An der Universität Witten/Herdecke (UW/H) wird der bundesweit erste Lehrstuhl für behindertenorientierte Zahnmedizin geschaffen. Möglich machen dies die Software AG-Stiftung, die die Finanzierung des Stiftungslehrstuhls für fünf Jahre übernimmt, sowie die Mahle-Stiftung, die als Co-Förderer zunächst für ein Jahr im Boot ist. Seit 2001 bildet die Uni alle angehenden Zahnärzte auch für die Behandlung behinderter Patienten aus. Für den Wittener Professor Peter Cichon aus, der bundesweit erste Zahnmediziner für die Behandlung von Menschen mit Behinderung, ist die zahnärztliche Versorgung von dieser Patientengruppe in Deutschland immer noch unzureichend.

Gründe seien die mangelnde Behandlungskooperation, Angst vor der Behandlung und eine eingeschränkte Zahn- und Mundhygiene. Die UW/H hat die zahnmedizinische Versorgung von Menschen mit Behinderungen hingegen schon früh als wichtigen gesellschaftlichen Auftrag begriffen. Durchschnittlich werden hier jährlich rund 1.800 Patienten mit meist schweren Mehrfachbehinderungen behandelt. Schwerpunktmäßig sollen am Lehrstuhl zwei Themen behandelt werden: Programme zur Prävention und Therapie der wichtigsten oralen Erkrankungen Karies und Parodontitis sowie die Erarbeitung von Grundlagen für die Einbringung solcher Maßnahmen in den Leistungskatalog der Krankenversicherungen. Den Experten in Witten fehlen bislang etablierte spezielle Präventionsprogramme für Menschen mit Behinderungen. Da Prävention und Behandlung bei Menschen mit Behinderungen in der Regel erheblich zeitintensiver und schwieriger sind, wird dieser Personenkreis aus wirtschaftlichen und fachlichen Gründen häufig nicht adäquat versorgt. Aus diesem Grund soll der Lehrstuhl Konzepte entwickeln, die nicht nur den besonderen Bedürfnissen dieser Patientengruppe gerecht werden, sondern auch die ökonomischen Rahmenbedingungen verändern können. Für präventive Maßnahmen und Behandlungen sollen die in Behinderteneinrichtungen lebenden Patienten zudem vor Ort aufgesucht werden.

 

Mehr Infos unter diesem Link > und bei und bei Prof. Dr. Stefan Zimmer (02302 / 926-663, stefan.zimmer@uni-wh.de).

Weitere Artikel

Lückenlose Gesundheitsversorgung gefordert

Zum internationalen Tag der Menschen mit Behinderungen fordern die Sozialhelden die künftige Bundesregierung auf, einen barrierefreien Zugang zur Gesundheitsversorgung zu schaffen. Laut einer Erhebung...

Finanzielle Unterstützung nach der Flut

Die Ottobock Global Foundation und die Familie Näder spendet 500.000 Euro für Familien, die aufgrund der geistigen und körperlichen Behinderung von Angehörigen nach der...

eurocom zum Koalitionsvertrag

Die europäische Herstellervereinigung für Kompressionstherapie und orthopädische Hilfsmittel (eurocom) sieht in dem Koalitionsvertrag von SPD, Grünen und FDP gute politisch sektorenübergreifende Ansätze für eine...

Soziale Medien

0NachfolgerFolgen

Letzte Beiträge