Leserbrief

 Leserbrief zum Artikel „Ansichten eines Agnostikers”, aus RehaTreff 1/2020, aus der Sicht eines überzeugten Christen.

Religiöser Glaube und Naturwissenschaften sind meines Erachtens keine Gegensätze. Es gibt unzählige Wunder in der Natur, der Schöpfung Gottes, sei es im Großen (Kosmos) als auch im Kleinen. Der unvorstellbar komplexe menschliche Organismus wurde verschiedentlich als ein „Wunderwerk Mensch“ bezeichnet, der auch heute in vielen Bereichen noch nicht erklärbar ist. Näheres hierzu kann der interessierte Leser gerne
zum Beispiel in den Publikationen von Professor Werner Gitt finden (auch als Video-Vorträge auf Youtube). Ein Wissenschaftler kann geradezu
fasziniert sein von den vielfältigen Strukturen, die man in Medizin,
Biologie oder Physik vorfindet und die auf einen genialen Konstrukteur
(damit meine ich den Schöpfer-Gott) hindeuten. Auch die Corona-Pandemie
zeigt meiner Einschätzung nach, wie kompliziert der menschliche Organismus einerseits ist, aber auch, wie zerbrechlich und verwundbar er ist. Trotz all unseres Wissens ist so ein kleines Corona-Virus erstaunlicherweise offenbar in der Lage, die ganze Welt binnen weniger Wochen heftig zu erschüttern. Ganz grundsätzlich muss festgehalten werden, dass die Bibel das am meisten verkaufte Buch der Welt ist. Warum wohl? Vor allem, wenn man bedenkt, dass das Neue Testament ja „nur“ die Erzählungen von Weggefährten eines – menschlich gesprochen – jüdischen Wanderpredigers (ich meine damit Jesus Christus) nebst Briefen seiner ersten Nachfolger beinhaltet. Die Zeit seines öffentlichen Auftretens umfasst dabei lediglich drei Jahre. Dass aus diesen kleinen Anfängen eine derart große Glaubensbewegung entstanden ist, ist rein menschlich nicht erklärbar. Zumal dieser „Wanderprediger“ auf eine ganz schändliche Weise
hingerichtet und seine Anhänger verfolgt und häufig ebenfalls
hingerichtet wurden. Aus welchen Gründen sollte man weiter an die Reden
dieses Mannes denken, ihnen Glauben schenken und sie sogar weiter
verbreiten? Aber Jesus hatte bereits prophetisch gesagt, dass „… allen (!) Nationen … zuvor das Evangelium gepredigt werden muss“ (Markus-Evangelium Kap. 13 Vers 10). Wenn Jesus nur ein einfacher Mensch gewesen wäre, wie hätte er so etwas behaupten können? Aber in der Bibel werden immer wieder Menschen zitiert, die sagten, dass Jesus mit erstaunlicher Vollmacht redete (siehe Lukas Evangelium Kap. 4 Vers 32,
Markus Evangelium Kap. 1 Vers 27).

Und heute, circa 2.000 Jahre danach, ist festzustellen, dass geschätzt 2,5
Mrd. Bibeln weltweit verkauft worden sind, weit mehr als von jedem
anderen Buch (nachzulesen z. B. bei www.guinessworldrecords.com). Das
Interesse und die Begeisterung an der Bibel sind also unverändert
riesig. Warum wohl? Gemäß der Deutschen Bibelgesellschaft wurde die
gesamte Bibel mittlerweile in 692 Sprachen übersetzt (Stand 02/2019),
das heißt, dass etwa 5,6 Mrd. Menschen Zugang zum gesamten Bibeltext haben. Das Neue Testament alleine ist in weitere 1.547 Sprachen übersetzt,
einzelne Bibelteile in weitere 1.123 Sprachen. Damit kann in 3.362
Sprachen mindestens ein Buch der Bibel gelesen werden (Fundstelle:
www.die-bibel.de). Was bewegt eine solch große Menge von Menschen über
Jahrhunderte, sich derart intensiv für die Übersetzung und Verbreitung
der biblischen Botschaft von Jesus Christus einzusetzen? Was für ein
Geheimnis haben die von den Verfassern des Neuen Testaments als
Erfahrungsberichte bzw. Gemeindebriefe geschriebenen Texte, dass sie
auch nach so langer Zeit immer noch derart attraktiv und Menschen
bewegend sind? Man braucht schon sehr viel Phantasie, um das rein
menschlich erklären zu wollen. In der Bibel ist an etlichen Stellen die
Rede davon, dass es Gottes Kraft selbst ist, die darin am Wirken ist
(z.B. Römerbrief Kap. 1 Vers 16; Erster Brief an die Korinther Kap. 2
Verse 4+5). Dass der christliche Glaube in unserer westlichen Kultur nachgelassen hat, mag teilweise stimmen. Aber das kann man kaum an der Anzahl der Kirchenaustritte festmachen. Es treten durchaus auch Menschen aus den großen Kirchen hier aus, weil sie zwischen dem was Pfarrer sagen und was in der Bibel steht, eine Diskrepanz und Widersprüche erkennen. Andererseits wurden in den letzten Jahrzehnten in Deutschland viele freie evangelische Gemeinden gegründet, welche nach wie vor großen Zulauf haben. Außerdem wäre der Blick allein auf Deutschland oder Europa wohl viel zu eng. Gemäß der Internetseite „livenet.ch“ ist mittlerweile Afrika der Kontinent mit den meisten Christen, die Zahl wird auf über 630 Millionen geschätzt. Tendenz steigend.

Es geht nicht um Weltanschauungen, sondern um zentrale Lebensfragen wie „Was ist Wahrheit?“ oder „Was ist der Sinn meines Lebens?“ oder „Gibt es ein Leben nach dem Tod, und wenn ja, wie bekomme ich es?“ oder „Wo finde ich Hilfe und Trost in meiner Not?“. Die Antworten hierauf suchen
unverändert Milliarden von Menschen eben gerade in der Bibel. Warum
wohl? Nicht von ungefähr hat der Psalm 23 seit vielen Jahrhunderten
Menschen in Not Ermutigung und Trost gegeben.

Mit naturwissenschaftlichen Methoden nach der Existenz der menschlichen
Seele zu forschen, wird meines Erachtens kaum zum Erfolg führen. Gemäß
dem biblischen Menschenbild ist der Mensch mehr als nur Materie, er hat
ein Gewissen, kann Gutes oder Böses tun, kann lieben oder hassen, kann
gütig/vergebend oder wütend sein, kann sich freuen oder sich ärgern usw.
Die Bibel zeigt an vielen Stellen, wie der Mensch ist, der ohne Gott
nach seinen eigenen Lebensregeln lebt. Man sollte sich ehrlicherweise
schon mal fragen, warum es permanent so viel Hass und Bosheit und
Gemeinheiten unter den Menschen gibt (im kleinen wie im großen) und es
trotz aller Friedensbemühungen irgendwie immer Kriege (oft mit
abscheulichen Grausamkeiten) auf dieser Welt gibt.

Zum Abschluss sollte man die beeindruckenden Prophetien, die in der
Bibel zu finden sind, nicht außer Acht lassen. Ein Beispiel: Bereits circa
600 v. Chr. hatten Schreiber im Alten Testament (z.B. die Propheten
Jeremia und später Hesekiel) angekündigt, dass Gott das Volk Israel zu
einer bestimmten Zeit wieder im Land ihrer Väter sammeln würde. Solch
eine Aussage ist ungeheuerlich, wenn man bedenkt, dass der damalige
Staat Israel im Jahre 70 n. Chr. völlig zerstört und die Juden buchstäblich in alle Welt zerstreut wurden. Erst ab circa 1880 n. Chr. begann wieder eine Rückkehr der Juden in das Land ihrer Väter, also circa 1.810 Jahre später. Hier haben wir gleich mehrere unerklärliche Geschehnisse: Wie konnten die Juden über eine solch lange Zeit ihre Volkszugehörigkeit wissen und bewahren? Wieso wurde der neue Staat Israel nicht an einem anderen Ort errichtet, sondern genau da, wo es prophezeit wurde? Und wie kann es sein, dass Propheten der Bibel das bereits circa 2.500 Jahre zuvor als Zukunft Israels voraussagen konnten? Wenn hier jemand mehr wissen möchte: Der Wissenschaftler und Bibellehrer Roger Liebi hat in div. Veröffentlichungen zahlreiche weitere erfüllte biblische Prophetien zusammengestellt (zum Teil auch in Youtube-Vorträgen). Die Bibel als rein menschliches Werk abzutun, fällt mir da sehr schwer.

Mit diesen kurzen Gedanken habe ich hoffentlich verdeutlichen können,
dass die Sichtweise von Herrn Prof. Dr. Rüdel ziemlich einseitig ist.
Mit naturwissenschaftlichen Methoden wird man nie die Faszination und
Größe der Bibel erforschen oder verstehen können. Mit der Bibel will der
allmächtige Gott sich den Menschen offenbaren, ihnen seine Liebe zeigen
und ihnen eine Art Spiegel vorhalten, wer der Mensch wirklich ist. Und
Gott bietet uns Menschen durch Jesus Christus Vergebung unserer Bosheit
und ein Leben nach dem irdischen Tod an. Hierfür hat Jesus Christus
freiwillig diesen grausamen Tod am Kreuz auf sich genommen. Bevor man
dies alles leichtfertig als „naturwissenschaftlich nicht messbar“ abtut,
sollte man vielleicht doch mal einen Blick in die Bibel werfen.

Herbert G.

 

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