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Lange war es ein packendes Duell zwischen Deutschland und Italien – doch im Schlussdrittel setzten sich die Gastgeber, angefeuert von den zahlreichen Zuschauern in der Mailänder Arena, doch noch durch. Ein Doppelschlag brachte Italien auf die Siegerstraße, am Ende unterlag das Team von Peter Willmann nach zweimaliger Führung mit 2:5 (1:0, 1:2, 0:3) und beendet das Paralympics-Comeback auf Rang sechs.
Die Partie startete aus deutscher Sicht denkbar schlecht mit doppelter Unterzahl bereits nach vier Spielminuten. Die Mannschaft von Cheftrainer Peter Willmann überstand die schwierige Situation unbeschadet – und ging in den letzten Sekunden einer eigenen Überzahlsituation selbst in Führung. Felix Schrader, der vierfache Torschütze und Matchwinner gegen die Slowakei, behauptete den Puck, spielte ihn weiter auf Teamkollege Bernhard Hering, der sich nicht aus der Ruhe bringen ließ und zum 1:0 einnetzte (10.). Mit der Führung im Rücken startete Deutschland ins zweite Drittel, musste jedoch kurz nach Wiederbeginn den Ausgleich hinnehmen (18.). Wiederum gut drei Minuten später jubelte erneut das deutsche Team nach einer kuriosen Situation, als der Puck nach einem unglücklichen Rückpass am herausgeeilten italienischen Keeper vorbei ins Tor rollte. Der Treffer wurde erneut Hering zugeschrieben (22.), Italien gelang allerdings noch im zweiten Drittel der Ausgleich (27.). Es war das erhofft packende Match, nachdem Italien das Gruppenspiel gegen Deutschland noch knapp mit 2:1 gewonnen hatte.
„Bis zum 2:2 war alles in Ordnung, die Italiener waren überlegen, wir haben in der Defensive gekämpft und alles gegeben. Nach dem Ausgleich haben wir die Ordnung und ein Stück weit die nötige Disziplin verloren“, berichtet Cheftrainer Peter Willmann und Kapitän Jan Malte Brelage ergänzt: „Wir hatten zwei gute Drittel, dann hat uns am Ende leider die Coolness gefehlt und die Routine, um unser Spiel durchzuziehen. Vorher haben wir aber gezeigt, wie gut wir uns im Laufe des Turniers gesteigert haben. Wir müssen daran arbeiten, so ein enges Match routinierter bis zum Ende zu spielen.“
Im Schlussdrittel hatten die Gastgeber das Momentum auf ihrer Seite. Angefeuert vom Großteil fast 6000 Zuschauer in der bestens gefüllten Mailänder Arena gelang Italien ein Doppelschlag durch die jeweils zweifachen Torschützen Nikko Landeros und Gianluigi Rosa – die Entscheidung. „Dadurch war das Spiel gelaufen. Am Ende des Tages waren die Italiener spielerisch besser, das muss man einfach anerkennen“, betont Willmann. Rosa setzte den Schlusspunkt zum 5:2 und sorgte für großen italienischen Jubel auf dem Eis und auf den Rängen.
Ingo Kuhli-Lauenstein: „Die Niederlage tut schon weh, wir wollten dieses Spiel unbedingt gewinnen. Doch gleichzeitig sind wir super stolz auf das, was wir erreicht haben – von der Qualifikation bis hin zu Platz sechs bei den Paralympics nach 20 Jahren Durststrecke. Es war heute eine unglaublich krasse Stimmung, wir haben diesen geilen Vibe, der hier in der Arena herrscht, total genossen und aufgesaugt“, sagt der 33-Jährige vom TuS Wiehl – und blickt schon in Richtung der kommenden Paralympics. „Wir wollen das als Vorgeschmack und Motivation mitnehmen, damit wir in vier Jahren wieder dabei sind. Wir werden alles geben, damit uns das gelingt.“
Die Rückkehr sei eine unglaubliche Erfahrung gewesen, sagt Kapitän Brelage: „Es hat super viel Spaß gemacht und wir sind total dankbar, hier gewesen zu sein.“ Peter Willmann resümiert: „Wir sind mit dem sechsten Platz zufrieden und haben ein super Turnier erlebt mit einer tollen Organisation. Es war eine Ehre, vor so einer Kulisse spielen zu dürfen. Generell war es ganz großes Hockey, eine super Atmosphäre – menschlich und warm, da geht einem das Herz auf. Die Welt kommt zusammen aus verschiedenen Nationen, alle sind super drauf und erfreuen sich gemeinsam am Sport.“
Text: Kevin Müller / DBS
Foto: Ralf Kuckuck / DBS



