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Monoskifahrerin Anna-Lena Forster und Para Eishockey-Ikone sind die Fahnenträger des Team Deutschland Paralympics bei den Winterspielen in Mailand und Cortina 2026. Während Forster bereits zum zweiten Mal die ehrenvolle Aufgabe zuteil wird, darf Wedde beim Comeback nach 20 Jahren die deutsche Fahne schwenken. Das verkündete der Deutsche Behindertensportverband (DBS) bei der Auftakt-Pressekonferenz im Deutschen Haus in Cortina.

Überfliegerin, Königin des Monoskis oder eine der paralympischen Heldinnen – die Medien sparen nicht mit Superlativen, wenn sie vor Beginn der Winterspiele über Anna-Lena Forster berichten. Die 30-Jährige vom BRSV Radolfzell trug bereits vor vier Jahren in Peking die deutsche Fahne – anschließend avancierte sie mit je zwei Gold- und zwei Silbermedaillen zur erfolgreichsten Athletin des Team D Paralympics. „Anna-Lena Forster ist eines der Gesichter des Para Sports in Deutschland und hat auch in dieser Saison mit dem Gewinn des Gesamtweltcups wieder ihre Ausnahmestellung unter Beweis gestellt“, erklärt Marc Möllmann, Vorstand Leistungssport im DBS und Chef de Mission der deutschen Mannschaft in Italien. Forster wurde von Bundestrainern und Aktiven als Kandidatin vorgeschlagen und schließlich von der fünfköpfigen Nominierungskommission auserwählt.
„Ich war sehr überrascht und habe gar nicht damit gerechnet. Es fühlt sich schön an, dass ich nach Peking nochmal Fahnenträgerin sein darf, wenngleich die Situation diesmal eine andere ist. In Peking erinnere ich mich noch sehr gut an die Euphorie und die Stimmung vor dem Einmarsch ins Stadion, da war die Vorfreude greifbar“, sagt Forster rückblickend und fügt an: „Das gibt es diesmal so nicht, wir sind nur Videoscreens zu sehen, was sehr schade ist. Ebenfalls schade finde ich, dass es nicht die Möglichkeit gibt, zumindest aus den Dörfern live zur Eröffnungsfeier zugeschaltet zu werden, wie es bei Olympia der Fall war. Da haben es sich die Veranstalter bei den Paralympics deutlich einfacher gemacht.“
„Ich dachte erst, dass ich etwas verbrochen hätte“
Zustimmung gibt es dazu von Jörg Wedde, der mit seinem Team in der Fashion-Metropole Mailand die Paralympics erleben wird: „Die Italiener machen gute Mode, aber die Eröffnungsfeier haben sie schlecht designed“, sagt der Athlet vom ERC Hannover schmunzelnd, der mit 60 Jahren der älteste deutsche Teilnehmer bei den Winterspielen ist. Unabhängig davon freut sich Wedde jedoch über die Auszeichnung als Fahnenträger. „Unverhofft kommt oft. Ich bin niemand, der sich in den Vordergrund drängt und es hätten auch andere verdient, aber ich freue mich natürlich über diese Ehre“, betont Wedde. Er sei überraschend zu einem Meeting im Dorf gerufen worden. „Ich dachte erst, dass ich etwas verbrochen hätte“, berichtet Wedde lachend. Stattdessen gab es dir Mitteilung, dass er die Fahne schwenken darf.

„Für uns war klar, dass jemand aus der Para Eishockey-Nationalmannschaft die Fahne tragen soll, um damit auch die Leistung des Teams zu würdigen, dass es geschafft hat, sich nach 20 Jahren wieder für die Paralympics zu qualifizieren“, erklärt Marc Möllmann. Das Trainer- und Betreuerteam sowie Kapitän Jan Malte Brelage haben sich gemeinsam auf Jörg Wedde verständigt, der als einer von vier Spielern aus dem aktuellen Aufgebot schon 2006 in Turin bei den Winterspielen dabei war. „Jörg Wedde ist eine absolute Koryphäe des Para Eishockey-Sports und hat nach der Teilnahme vor 20 Jahren immer wieder unnachgiebig um die Paralympics-Qualifikation gekämpft. Dass dies trotz großer Herausforderungen gelungen ist, wollen wir mit der Fahne belohnen“, sagt Möllmann.
„Allerhöchste Zeit, dass es jetzt losgeht“
Am Einmarsch der Nationen in Verona am Freitag wird das Team D Paralympics nicht teilnehmen. Zu sehen sein wird das deutsche Fahnenträger-Duo trotzdem. In den jeweiligen Dörfern hat es vorab Video-Aufzeichnungen der Teil-Mannschaften gegeben, die in die Eröffnungsfeier integriert werden. Somit haben Anna-Lena Forster und Jörg Wedde zumindest einen kleinen Auftritt, der in Erinnerung bleiben wird. Die Eröffnungsfeier überträgt das ZDF am Freitag ab 20 Uhr im Livestream und am Samstagmorgen als Zusammenfassung im TV.
Anschließend rückt der Sport in den Fokus – und da greift das Team D Paralympics an Tag eins im Para Ski alpin (Abfahrt), Para Biathlon (Sprint), Para Eishockey (gegen China) sowie im Para Snowboard (Qualifikation im Cross) und damit in vier der fünf vertretenen Sportarten ins Geschehen ein. Und die Vorfreude ist groß. „Wir haben die Kabine bezogen, waren in der Trainingshalle auf dem Eis und man spürt schon dieses besondere Feeling“, sagt Jörg Wedde. Und wie groß ist die Bereitschaft bei Anna-Lena Forster? „Auf einer Skala von eins bis zehn ganz klar zwölf. Die Zeit der Vorbereitung ist vorbei. Es wird allerhöchste Zeit, dass es jetzt losgeht.“
Text: Kevin Müller / DBS



