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EM im Rollstuhlfechten: „Wir wollen in Cardiff richtig rocken“

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Die Paralympics in LA sind plötzlich ganz nah: Im Rollstuhlfechten beginnt diese Woche nicht nur die EM, sondern auch die Qualifikationsphase für die Paralympischen Spiele 2028. Mit acht Athletinnen und Athleten startet das deutsche Team ab Donnerstag in Wales in die Wettkämpfe – und gibt sich selbstbewusst.

„Wir reisen zum ersten Mal als eines der Favoritenteams an. Alle sind sehr stark, im Team wie im Einzel“, berichtet Bundestrainer Alexander Bondar. Vom 6. bis zum 11. Oktober findet die EM im walisischen Cardiff statt, ab dem 8. Oktober steigen die deutschen Athletinnen und Athleten in die Gefechte ein. Bondar traut jedem Mitglied seines Teams eine Medaille zu, vor allem, da die Motivation in diesem Jahr besonders hoch sein dürfte. „Wer jetzt eine Medaille holt, hat sehr gute Chancen, bei den Paralympics in LA dabei zu sein “, sagt der Bundestrainer. Denn: Für jede Platzierung werden am Ende Qualifikationspunkte vergeben – und je besser die Platzierung, desto mehr Punkte gibt es.

„Man merkt: Jetzt wird’s ernst“

„Die Jungs und Leonie sind richtig motiviert. Wir wollen in Cardiff richtig rocken“, gibt Bondar die Euphorie seines Teams wieder. In der Kategorie A der Männer starten Julius Haupt (Florett/Säbel), Felix Schrader (Degen/Säbel), Clemens Cursiefen (Florett/Degen) und Paralympics-Sieger Maurice Schmidt (Säbel/Degen). „Ein Titel bei den Europameisterschaften fehlt Maurice noch in seiner Sammlung“, macht Bondar die Ambitionen seines Schützlings deutlich. Auch Julius Haupt hat eine Medaille im Blick: Bei den Deutschen Meisterschaften holte der 26-Jährige Gold mit dem Florett und Silber mit dem Säbel im Finale gegen Schmidt.

„Ich arbeite sehr viel an mir, bin sehr selbstkritisch und kann mich gut auf die Gegner einstellen. Meine größte Stärke ist, dass ich nie aufgebe“, weiß Haupt. Ein Gefecht sei für ihn erst vorbei, „wenn der 15. Treffer gefallen ist – auch, wenn es vorher gegen mich steht.“ Bereits in der Vergangenheit drehte er wichtige Wettkämpfe noch zu seinen Gunsten, arbeitet seit mehreren Jahren mit einem Mentaltrainer zusammen. Gleichzeitig weiß Haupt: Die Konkurrenz bei der EM ist stark, alle wollen wichtige Punkte für die Qualifikation zu den Paralympics in LA 2028 sammeln. „Man merkt: Jetzt wird’s ernst, es geht richtig los.“

14-jährige Newcomerin als Jüngste bei der EM

Auch Bundestrainer Bondar, der zum ersten Mal mit seinem gesamten Trainerteam zur EM reisen kann, betont: „Die europäische Konkurrenz macht 85 Prozent der Gesamtstärke der Welt aus.“ Dass das deutsche Team dennoch zu den Mitfavoriten gehört, haben sich die Athleten hart erarbeitet. Gemeinsam mit Balwinder Cheema (Säbel/Degen) und Dimitrij Rout (Säbel/Degen) aus der Kategorie B holten Julius Haupt und Maurice Schmidt im Jahr 2025 Team-Bronze bei der WM. An diesen Erfolg wollen die vier auch in Cardiff anknüpfen: „Wir funktionieren als Gruppe sehr gut. Wir verstehen uns untereinander und versuchen, durch den Spaß am Ende erfolgreich zu sein“, sagt Haupt.

Für Tim Widmaier (Degen/Säbel) wird bei der EM die Klassifizierung mitentscheiden, wie seine Platzierung ausfallen wird. Der 36-Jährige war im vergangenen Jahr für die Kategorie B klassifiziert worden, „aber ich bin zuversichtlich, dass er bei den Europameisterschaften wieder in der Kategorie C antreten kann“, betont Bundestrainer Bondar. Bei den Frauen startet die 14-jährige Leonie Isabell Robinson (Säbel/Degen) in der Kategorie A, Denise Hutter fehlt hingegen verletzungsbedingt. „Leonie ist die jüngste Starterin bei der EM und unsere Nachwuchshoffnung. Vor allem für die Spiele 2032 und 2036“, macht Bondar deutlich. Bei der EM in Wales will sie wie ihre Kollegen ihr Bestes geben – und hofft auf gute Ergebnisse für das deutsche Team.

 

Text: Mona Alker / DBS

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