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Mit ambitionierten Zielen will sich das Team Deutschland Paralympics auf den Weg zu den Winterspielen nach Italien machen. Das unterstrich Idriss Gonschinska, seit Jahresbeginn Vorstandsvorsitzender des Deutschen Behindertensportverbandes (DBS), bei der Sitzung des Sportausschusses des Deutschen Bundestages. Gonschinska machte allerdings auch deutlich, dass sich die Voraussetzungen verbessern müssen, wenn Deutschland seine Position unter den Top-Nationen im Para Sport halten wolle.
Gonschinska vertrat den DBS gemeinsam mit Präsident Hans-Jörg Michels und Vorstand Leistungssport Marc Möllmann, zudem reichte der DBS im Vorfeld eine Stellungnahme ein, um die spezifischen Bedarfe des Para Sports zu berücksichtigen und eine langfristig ausgerichtete Fördersystematik anzustoßen. „Der paralympische Sport hierzulande braucht gleiche Chancen“, betont der DBS-Vorstandsvorsitzende. Eine nachhaltige Leistungsentwicklung mit Blick auf die kommenden Paralympics lasse sich nur unter gleichwertigen strukturellen Rahmenbedingungen zum olympischen Sport realisieren. „Andernfalls wird es immer schwieriger, die an das Team D Paralympics geknüpften Erwartungen zu erfüllen und die gemeinschaftlich gesetzten Ziele zu erreichen“, sagt Gonschinska.
Darüber hinaus sei es eine Notwendigkeit, die Athletenförderung substanziell weiterzuentwickeln. Insbesondere müsse die Zahl der Förderplätze ausgeweitet werden, damit auch perspektivreiche Athletinnen und Athleten eine bedarfsgerechte Unterstützung erhalten. Zwar habe die Förderung des paralympischen Leistungssports in Deutschland in den vergangenen Jahren viele positive Verbesserungen erfahren. „Doch mit Blick auf internationale Standards und Entwicklungen mit vergleichbaren Nationen hinken wir teils deutlich hinterher. Der Status quo in Deutschland ist so, dass der paralympische Sport in den verschiedenen Förderbereichen maximal zehn Prozent der Förderung des olympischen Bereichs erreicht“, erklärt Gonschinska und fordert: „Dieses Missverhältnis gilt es aufzubrechen.“
Professionalisierung des Para Sports in Deutschland vorantreiben
Dringend erforderlich sei auch ein Zuwachs der hauptamtlichen Stellen für Trainerinnen und Trainer, einhergehend mit einer adäquaten Bezahlung sowie einer langfristig ausgerichteten Personalplanung und einer Verankerung der vollständigen Leistungssportpersonalmittel im Bundeshaushalt. Ebenso sei eine Aufstockung der Mittel der Jahresplanung notwendig, um die gestiegenen Kosten für Lehrgangsmaßnahmen, erweiterte Betreuungsbedarfe sowie die erforderliche Steigerung der Teilnahme an internationalen Wettkämpfen mit Blick auf die relevanten Qualifikationsprozesse abzudecken. „Diese Schritte sind unerlässlich, wenn wir die Professionalisierung des Para Sports in Deutschland vorantreiben und sicherstellen wollen, dass uns kein Verlust qualifizierter Fachkräfte droht“, sagt Gonschinska. Die derzeitigen personellen und finanziellen Rahmenbedingungen reichten nicht aus, um die Nationalmannschaften zukunftsfähig aufzustellen.
Dass der paralympische Sport nicht nur in Deutschland in den vergangenen Jahren deutlich an Leistungsfähigkeit, Sichtbarkeit und gesellschaftlicher Relevanz gewonnen hat, sei laut Gonschinska unbestritten und eine Entwicklung in die richtige Richtung. „Para Sport fördert Teilhabe und stärkt den gesellschaftlichen Zusammenhalt. Paralympische Athletinnen und Athleten agieren als Botschafter für Sportdeutschland und als authentische Vorbilder weit über den Sport hinaus“, betont der DBS-Vorstandsvorsitzende, der überzeugt ist, dass sich das Team D Paralympics bei den anstehenden Winterspielen in Italien hervorragend präsentieren wird. Gonschinska: „Die Motivation ist greifbar und die Vorfreude auf Spiele in Europa enorm groß.“ Damit Deutschland auch künftig zu den führenden Nationen im Para Sport zählt, braucht es allerdings wichtige Weichenstellungen – und gleiche Chancen.
Text: Kevin Müller / DBS
Foto: DBS



