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Die Mischung aus malerischen Landschaften, historischen Schätzen und der Möglichkeit, sich aktiv zu betätigen, macht das Saarland zu einem besonderen Ziel für alle, die ein Naturerlebnis suchen. Sechs zertifizierte Handbike-Routen ermöglichen es, die Natur auf inklusiven Wegen zu erkunden und gleichzeitig sportliche Herausforderungen zu meistern.
Das Handbike ist mehr als nur ein Fortbewegungsmittel – es ist ein Schlüssel zu mehr Freiheit und Selbstbestimmung.
Mehr als nur Sport

Ursprünglich als Reha-Hilfsmittel entwickelt, hat sich das Handbike seit den 1980er Jahren zu einem leistungsfähigen Sportgerät und einem Symbol für die Wiederherstellung der Bewegungsfreiheit für Menschen mit Einschränkungen entwickelt.
Ein Stück Geschichte
Die Geschichte des Handbikes reicht bis ins 17. Jahrhundert zurück. Stephan Farfler, ein Uhrmacher mit einer körperlichen Einschränkung, konstruierte 1655 ein dreirädriges, handbetriebenes Fahrzeug, das als Vorläufer des modernen Handbikes gilt. Doch das Handbike, wie wir es heute kennen, hat sich im Laufe der Jahre stetig weiterentwickelt. In den 1980er Jahren begannen Pioniere aus der Rollstuhlsport-Szene, leichtere und sportlichere Handbikes zu entwickeln. Mit der zunehmenden Verbreitung von Handbikes wuchs somit auch die Idee, diese nicht nur als Sportgerät oder Rehabilitationshilfe, sondern auch als Mittel zur aktiven Mobilität und Freizeitgestaltung zu nutzen. Diese Entwicklung ist ein zentraler Bestandteil des heutigen Handbike-Erlebnisses im Saarland.
Sechs zertifizierte Handbike-Routen
Ein besonders guter Beweis dafür, wie das Handbike nicht nur Mobilität, sondern auch Lebensqualität bringt, sind Christoph Becker und Hartmut Heinke. Beide sind nicht nur begeisterte Handbiker, sondern auch Experten, die ihre Erfahrungen und Erkenntnisse gerne teilen. Gerne haben wir ihre Expertise genutzt und gemeinsam mit ihnen die Routen getestet, um sie nach dem deutschlandweiten Kennzeichnungssystem „Reisen für alle“ auf Barrierefreiheit zu prüfen und zu zertifizieren. Diese Zertifizierung garantiert, dass Menschen mit unterschiedlichen Bedürfnissen die Routen problemlos nutzen und genießen können.
Christoph fährt seit 2014 Handbike und hat dadurch eine neue Form der Freiheit für sich entdeckt. Aufgrund einer neurodegenerativen Erkrankung ist er auf den Rollstuhl angewiesen. Das Handbike hat ihm eine Welt eröffnet, die er so nicht mehr für möglich gehalten hat. „Es ist das Gefühl von Freiheit, das ich früher beim Fahrradfahren hatte, das erlebe ich mit dem Handbike wieder“, so Christoph. Eine seiner Lieblingstouren ist die Adebar-Runde, eine landschaftlich sehr schöne Route durch die Bliesauen. „Es ist der wahre Luxus, die frische Luft zu genießen und dabei Störche und Wasserbüffel zu beobachten“, erklärt Christoph.

Hartmut hat 2007 nach einem Querschnittunfall das Handbike für sich entdeckt und fährt mittlerweile rund 4000 km im Jahr. Für ihn ist das Handbike mehr als nur eine Sportart – es ist ein Werkzeug, um seine Umgebung auf eine völlig neue Weise zu erleben. „Das Handbike gibt mir die Möglichkeit, Berge zu erklimmen und die Natur aus einer Perspektive zu sehen, die ich vorher nie hatte“, schwärmt Hartmut. Besonders begeistert ist er vom Bostalsee, wo er regelmäßig fährt. „Der Blick auf den See und die Umgebung ist einfach faszinierend.“
Vom malerischen Kirkeler Bachtal bis hin zum Bostalsee bieten die sechs zertifizierten Handbikerouten nicht nur sportliche Herausforderungen, sondern auch ein unvergleichliches Naturerlebnis. Es gibt kurze und längere Touren mit unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden. https://www.urlaub.saarland/planen-buchen/barrierefreies-reisen/handbike-touren
Gute Vorbereitung ist wichtig
Mit der richtigen Vorbereitung steht dem Naturerlebnis also nichts im Weg. Christoph und Hartmut haben noch Tipps für den Einstieg parat. „Beginnt mit kürzeren Strecken und steigert euch langsam. Es ist wichtig, sich gut vorzubereiten, sich warm anzuziehen und auf die Streckenbeschaffenheit zu achten. Plattformen wie Komoot oder Outdooractive sind dabei eine gute Hilfe“, so Christoph. Für alle, die neu einsteigen, empfiehlt Hartmut: „Ein gut angepasstes Handbike ist entscheidend für den Komfort. Ich habe mein Handbike selbst umgebaut, aber wer damit anfängt, sollte sich unbedingt von einem Reha-Fachberater unterstützen lassen, um das richtige Modell zu finden.“




