Reise durch das verletzte Gehirn

Foto: ZNS- Hannelore Kohl Stiftung
Foto: ZNS- Hannelore Kohl Stiftung

Was passiert, wenn das Gehirn hart gegen den Schädelknochen prallt? Wie erkennt man, ob das Gehirn verletzt ist und was ist bei Verdacht auf Gehirnerschütterung zu tun? Antworten geben die neuen Informationsfilme der Initiative „Schütz Deinen Kopf!“ der ZNS – Hannelore Kohl Stiftung.

In Deutschland werden pro Jahr mindestens 40.000 leichte Schädelhirnverletzungen im Sport diagnostiziert. Die Zahl der nicht erkannten Fälle dürfte aber deutlich höher sein. Wer die Gehirnerschütterung nicht ernstnimmt, einfach weitermacht und sich erneut verletzt, kann schwere Folgeschäden davontragen. Mit diesen Folgen wird das Beratungsteam der ZNS – Hannelore Kohl Stiftung, das seit 1983 hirnverletzte Menschen und ihre Familien unterstützt, immer wieder konfrontiert.

Um präventiv tätig zu werden und um Sportler, ihre Familien, Trainer, Pädagogen und Ärzte für das Thema zu sensibilisieren, rief die Stiftung 2015 gemeinsam mit namhaften Partnern die Initiative „Schütz Deinen Kopf! Gehirnerschütterungen im Sport“ ins Leben.

„Eine Gehirnerschütterung kann vereinfacht als Kurzschluss innerhalb der Nervenzellen beschrieben werden, woraus eine meist kurz andauernde Leistungsstörung des Gehirns mit vielfältigen Symptomen resultiert“, betont Dr. Axel Gänsslen vom Uniklinikum Wolfsburg. „Wenn die Patienten geschont werden“, betont er, „klingen die Beschwerden in neun von zehn Fällen binnen weniger Wochen wieder ab.“  „Sportler, die mit Symptomen einer Gehirnerschütterung weiterspielen, denken oft, wenn ich jetzt ausfalle, schwäche ich mein Team“, weiß Gänsslen. Dabei ist das Gegenteil zutreffend: Wer mit dieser Verletzung weiterspielt, läuft und reagiert verlangsamt, sein Risiko für weitere Stürze oder Zusammenstöße mit anderen steigt.

Der Regisseur des Films, Simon Jöcker, erlitt als Kind eine Gehirnerschütterung bei einem Fahrradsturz. Bei den Recherchen zu den Filmen faszinierte ihn, „wie viele Menschen ebenfalls betroffen sind und wie viele höchstwahrscheinlich nichts davon wissen.“ Er wünscht sich, dass die Zuschauer künftig umsichtig reagieren, wenn ein Sportler auf den Kopf fällt, mit einem Hindernis oder Mitspieler zusammenprallt. „Bei der Initiative ,Schütz Deinen Kopf!‘ gibt es weitere hilfreiche Materialien, wie eine Taschenkarte und eine App, die mit ihren Tests verhindern sollen, dass ein Betroffener wieder ins Spiel geschickt wird“, informiert Jöcker.

Weitere Infos unter: www.schuetzdeinenkopf.de

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