Brandenburg bei der Beschäftigung Schwerbehinderter vorbildlich

Foto: Jörg Simanowski
Foto: Jörg Simanowski

Das Land Brandenburg erfüllt die Beschäftigungspflicht von Menschen mit Behinderungen: Im Jahr 2013 waren in der Landesverwaltung 3.123 von insgesamt 50.858 Stellen mit schwerbehinderten oder ihnen gleichgestellten Menschen besetzt. Das entspricht einer Beschäftigungsquote von 6,14 Prozent (vgl. Baden-Württemberg 5,24 %)

Das berichtete heute Arbeitsministerin Diana Golze im Kabinett und sagte: „Die Verbesserung der Teilhabe von Menschen mit Behinderungen am Arbeitsleben ist ein wichtiges, gesellschaftspolitisches Ziel. Die Landesregierung geht mit gutem Beispiel voran. Ich appelliere an jene Arbeitgeber, die bisher eine Ausgleichsabgabe zahlen statt Menschen mit Behinderungen auszubilden oder zu beschäftigten, wenn irgend möglich einen Kurswechsel einzuschlagen und sich über die Chancen und Hilfen zu informieren.“

In Deutschland müssen private und öffentlich-rechtliche Arbeitgeber, die über mindestens 20 Arbeitsplätze verfügen, auf wenigstens fünf Prozent der Arbeitsplätze schwerbehinderte oder ihnen gleichgestellte Menschen beschäftigten. Wer diese Quote nicht erfüllt, muss für jeden unbesetzten Pflichtplatz eine monatliche Ausgleichsabgabe zahlen. In Brandenburg kommen jährlich rund 12 Millionen Euro durch die Ausgleichsabgabe zusammen. Mit dem Geld werden wiederum Betriebe bei der Schaffung von Arbeitsplätzen für Menschen mit Behinderung unterstützt.

Ministerin Golze sagte: „Arbeitgeber müssen Inklusion noch viel stärker als Gewinn statt als Risiko verstehen. Menschen mit Behinderungen sind in vielen Fällen gut ausgebildet, oft hoch motiviert und leistungsfähig. Sie leisten wirklich gute Arbeit. Und angesichts des steigenden Fachkräftebedarfs stellen Menschen mit Behinderungen ein großes Fachkräftepotenzial dar, das genutzt werden muss.“

Golze betonte: „Für Arbeitgeber gibt es eine Vielzahl staatlicher Unterstützungsmöglichkeiten, zum Beispiel Zuschüsse für die behindertengerechte Einrichtung eines Arbeitsplatzes.“

Das Arbeitsministerium, die Regionaldirektion Berlin-Brandenburg der Bundesagentur für Arbeit und das Integrationsamt beim Landesamt für Soziales und Versorgung unterstützen seit August 2014 mit dem gemeinsamen Förderprogramm „Inklusive Ausbildung und Arbeit“ schwerbehinderte Menschen bei der Ausbildung und bei der Arbeitssuche. Bis zum Jahr 2016 sollen zusätzlich über 65 neue betriebliche Ausbildungsplätze und über 200 neue Arbeitsplätze für Menschen mit einer Schwerbehinderung geschaffen werden. Für das Programm stehen insgesamt 6,5 Millionen Euro aus Mitteln der Ausgleichsabgabe des Landes zur Verfügung.

In Brandenburg leben rund 253.000 Menschen mit einer Schwerbehinderung, davon sind rund 107.000 im erwerbsfähigen Alter. Zuletzt waren 6.133 schwerbehinderte Menschen arbeitslos gemeldet.

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