FGQ – Franz Kniel gestorben

Franz KnielJeder weiß: Die Last der ehrenamtlichen Vereinsarbeit liegt meist auf nur wenigen Schultern. Die breitesten Schultern gehörten diesbezüglich wohl einem pfälzischen Urgestein. Über Jahrzehnte hinweg hat er fast in Alleinarbeit einen Selbsthilfeverband geführt, Spenden eingeworben, Hilfen organisiert und ein bundesweites Netzwerk von ehrenamtlichen Helfern koordiniert. Als Schatzmeister der Fördergemeinschaft der Querschnittgelähmten in Deutschland e.V. (FGQ) machte er sich unentbehrlich. Anfang Dezember verstarb Franz Kniel im Alter von 77 Jahren.

Sein Engagement verdient höchste Anerkennung und Respekt. Viele Menschen helfen – hin und wieder bei aktuellen Projekten, in gelegentlichen Notsituationen oder so wie es ihre Zeit zulässt. Franz Kniel dagegen war als Gründungmitglied täglich von früh bis spät für die FGQ im Einsatz; Betrieb und Familie wurden für die Sache eingespannt. Nur selten gönnte er sich eine Auszeit, dann meist im geliebten Süditalien oder in der Steiermark in Österreich. Vor allem die so genannten Einzelfallhilfen lagen dem Pfälzer am Herzen. Viele Querschnittgelähmte verdanken seiner Vermittlung ihre Mobilität und andere Hilfen.

Sein Engagement hängte der selbst seit fast fünfzig Jahren querschnittgelähmte Franz Kniel nicht an die „große Glocke“, er war ein Mann der Taten und nur weniger Worte. Er hatte Ecken und Kanten, an denen man sich trefflich reiben konnte. Und Kniel verstand es auch gegen den Strom zu schwimmen, wenn er es für notwendig befand. Seine Alleinarbeit, die gelegentlich auch zum Alleingang wurde, fand nicht immer die Zustimmung aller. Doch wer macht, der bestimmt – dies schien sein Motto. Und ein Macher war er, das bleibt unvergessen.

Kevin Schultes

Foto: privat

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