Jeder hat das Recht zu Reisen!

ITB Berlin, Tag des barrierefreien Tourismus
Die ITB in Berlin ist weltweit die größte Tourmismus-Börse. (Foto: Messe Berlin)

Die Möglichkeiten zur Umsetzung dieses Menschenrechts wurden am 4. Tag des barrierefreien Tourismus auf der ITB am 6. März 2015 diskutiert. Der Fachkongress, der bereits zum vierten Mal im Rahmen des ITB Berlin Kongresses stattfand, war auch in diesem Jahr wieder sehr gut besucht.

Die Tourismusbeauftragte der Bundesregierung, Staatssekretärin Iris Gleicke, Daniela Bas (Direktorin für Sozialpolitik bei der UNO) und Taleb Rifai, Generalsekretär der Welttourismusorganisation, begrüßten die Initiative der Deutschen Zentrale für Tourismus (DZT) und der NatKo zur Fortführung des Tages.  Sie stellten in ihren Reden übereinstimmend das Recht zu Reisen heraus, das jeder Mensch mit und ohne Behinderung nicht erst durch die Ratifizierung der UN-Behindertenrechtskonvention hat.

In der anschließenden Podiumsdiskussion betonten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer wiederholt die Notwendigkeit verlässlicher Informationen über die Barrierefreiheit der touristischen Angebote und wiesen auf die gravierenden Probleme hin, die durch unzureichende oder falsche Informationen für die Betroffenen entstehen.

Verena Bentele, die Beauftragte der Bundesregierung für die Belange behinderter Menschen, griff in Ihrer Rede am Nachmittag diese Gedanken auf und unterstrich, dass sie bei der Beratung des Teilhabegesetzes darauf achten werde, dass das Recht auf Mobilität und Reisen für jedermann mit Leben gefüllt werde.

Dr. Victoria Eichhorn, Dozentin an der Fresenius Fachhochschule in München, stellte die jüngste Studie der EU-Kommission vor, welche die enorme wirtschaftliche Bedeutung des barrierefreien Tourismus deutlich macht.

Im Anschluss daran präsentierten die DZT und die AG barrierefreie Reiseziele in Deutschland ihre Initiativen im barrierefreien Tourismus. Es folgten konkrete Praxisbeispiele  aus deutschen Regionen u.a.  aus dem Chiemsee-Alpenland und dem Nationalpark Eifel.

Den Abschluss bildete die Präsentation der erreichten Fortschritte beim Projekt „Reisen für Alle“, das die Entwicklung eines bundesweit einheitlichen Systems zur Kennzeichnung barrierefreier touristischer Angebote zum Ziel hat. Das in diesem Jahr begonnene Anschlussprojekt hat die Entwicklung einer Datenbank zur Präsentation der Angebote nach verschiedenen Kategorien zum Ziel.

„Dieser 4. Tag des barrierefreien Tourismus der ITB, sagte der NatKo-Vorsitzende Dr. Leidner in seinem Schlusswort, machte erneut deutlich, dass bestimmte Themen wie das Recht auf Reisen und die wirtschaftliche Bedeutung des barrierefreien Tourismus aus verschiedenen Blickwinkeln immer wieder aufgegriffen werden. Daneben entstehen durch diesen Kongress aber auch unerwartete Impulse.“ Als aktuelles Beispiel nannte er die Entwicklung eines Workshops des deutschen Reiseleiter-/ Tourguideverbandes zusammen mit der NatKo, in dem Reiseleiter ein Zertifikat der INHK Kassel über vertiefende Kenntnisse zum barrierefreien Reisen erwerben können.

Durch die positive Resonanz der Teilnehmer und die sich daraus ergebenden Synergien steht der Planung des 5. Tag des barrierefreien Tourismus nichts mehr im Wege.

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