Ohne Folgeoperation – Ramonas Implantat wächst mit

Skoliose Behandlung
Ramona J. mit Rückenspezialist PD Dr. med. Michael Ruf. Foto: Klinikum Karlsbad

Die Behandlung der Skoliose ist nach wie vor eine große Herausforderung – vor allem im Kindesalter. Ramona J. ist die erste Patientin in Karlsbad-Langensteinbach, bei der Priv. Doz. Dr. Michael Ruf, Chefarzt der Wirbelsäulenchirurgie, ein neues mitwachsendes Stabsystem eingesetzt hat. Das neue System ermöglicht die Anpassung der Implantate ohne operativen Eingriff. Die zehnjährige Ramona trägt die Stäbe seit Dezember letzten Jahres und kam in dieser Woche zur ersten „Verlängerung“ in das SRH Klinikum Karlsbad. „Ich hatte schon etwas Angst, aber eigentlich kribbelt es nur ein wenig im Rücken. Mehr spürt man da gar nicht“, sagt Ramona während Dr. Ruf die Stäbe an ihrer Wirbelsäule verlängert.

Mitwachsende Stabsysteme zur Behandlung der frühkindlichen Skoliose gibt es schon länger. Beim Einsatz herkömmlicher Stabsysteme benötigen Patienten bis zur endgültigen Stellung eine ganze Reihe zusätzlicher Operationen für die wachstumsbedingte Verlängerung der Stäbe. „Der Vorteil des neuen Systems ist eine Verkürzung oder Verlängerung des Wirbelsäulenstabes ohne Folgeoperationen. Über einen Magnetcontroller, eine Art Fernsteuerung, kann ich mit dem neuen System den implantierten Wirbelsäulenstab ohne weitere Eingriffe wunschgemäß anpassen“, erklärt der Rückenexperte Priv. Doz. Ruf, der auf die Behandlung von Deformitäten im Kindesalter spezialisiert ist.

Das neue Implantat enthält einen kleinen internen Magneten, der eine Verlängerung des Stabes mit der externen Fernsteuerung ermöglicht. Der Stab wird mit üblichen Schrauben, Haken und Konnektoren implantiert und gesichert. Er schient dann die Wirbelsäule während des Wachstums, um das Fortschreiten der Skoliose zu verhindern und die Form der Wirbelsäule zu korrigieren.

Die Skoliose ist eine Deformation der Wirbelsäule. Unter einer Skoliose versteht man eine mehrdimensionale Verkrümmung der Wirbelsäule. Der Schweregrad einer Skoliose kennzeichnet sich durch die Seitenausbiegung der Wirbelsäule in der frontalen Ebene. Zugleich sind die Wirbelkörper um die eigene Achse verdreht und in den meisten Fällen auch deformiert. Diese Wirbelsäulenverkrümmung tritt meistens im Wachstumsalter auf. Früh erkannt, können leichte Skoliosen durch Muskeltraining und Hilfsmittel wie Korsetts korrigiert werden. Ausgeprägte Skoliosen müssen dagegen operiert werden, da sie oft mit Verformungen und Verwachsungen der Wirbelkörper einhergehen, so das Klinikum Karlsbad in einer Mitteilung.

www.klinikum-karlsbad.de

 

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