Schwerbehinderte sind die Verlierer des Arbeitsmarktes

Arbeitslosigkeit
Bundeagentur für Arbeit. Foto: BA

Während die allgemeine Arbeitslosenquote stetig zurückgeht, aktuell liegt sie bei nur noch sechs Prozent, steigt die Anzahl der arbeitslosen Menschen mit einer Behinderung weiter an. Das berichtet die Berliner Zeitung am Montagmorgen und beruft sich auf die aktuelle Präsentation der Arbeitslosenzahlen der Bundesagentur für Arbeit.

Demnach ist die Quote der erwerbslosen Schwerbehinderten 2014 im Vergleich zum Vorjahr um rund ein Prozent auf 181.000 Betrofffene gestiegen. Im Januar 2015 waren es sogar 187.000 Erbewerbslose. Dies entspricht einem Anstieg von 0,7 Prozent im Vergleich zum Vormonat – gleichzeit sank die allgemeine Quote aber um 3,3 Prozent.

Besonders schwer hat es auf dem Arbeitsmarkt die Gruppe der über 55-Jährigen. Hier treffen mit Alter und Behinderung bei der Jobsuche gleich zwei vermittlungshemmende Merkmale aufeinander, so die Berliner Zeitung.

Im Oktober 2015 hat sich die Lage leicht entspannt, die Anzahl der Erwerbslosen ging zurück auf 174.000. Für die Partei „Die Linke“ ist dies jedoch kein Grund zur Freude. „Der Arbeitsmarkt ist absolut nicht inklusiv“, sagt Katrin Werner, behindertenpolitische Sprecherin der Linken. Viele Betroffene müssten mit Hartz4 aufstocken, weil sie in Werkstätten für Behinderte arbeiten müssten und der Verdienst zum leben nicht reiche. Behinderung und Armut gehen somit Hand in Hand, kritisiert Werner.

Die Bundesregierung dagegen sehe keinen Zusammenhang zwischen Behinderung und niedrigem Einkommen. Vielmehr seien auch weitere Merkmale einzubeziehen, etwa der Bildungs- und Ausbildungsstand oder auch Leistungsbeeinträchtigungen durch chronische Erkrankungen. Dies ergab eine Große Anfrage der Linken-Fraktion zum Entwicklungsstand der Inklusion in Deutschland.

 AWS

 

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