Hilfsaktion für syrische Flüchtlingskinder angelaufen

Foto: Otto Bock
Foto: Otto Bock

Der Bürgerkrieg in Syrien hat seit 2011 mehr als 100.000 Opfer und 7 Millionen Flüchtlinge gefordert. Etwa die Hälfte der Flüchtlinge sind Kinder und Jugendliche. Ende letzten Jahres begann die Otto Bock Stiftung, Spenden für die
Aktion „Kinder in Not – Hilfe für Syrien“ zu sammeln. Die Erlöse fließen in die medizintechnische Versorgung von verletzten sowie traumatisierten Kindern und Jugendlichen. n Malatya, ca. 200 Kilometer von der syrischen Grenze entfernt, befindet sich eines von insgesamt 24 türkischen Flüchtlingscamps.

Verwaltet wird das Lager von der Organisation AFAD, der staatlichen türkischen Katastrophenhilfe. Nach vielen  Gesprächen und einer intensiven Vorbereitung konnte die Otto Bock Stiftung mit den lang erwarteten Hilfsmaßnahmen beginnen. Als Projektpartner stehen dem Stiftungsteam Mitarbeiter der türkischen Ottobock Niederlassung zur Seite. Durch den Einsatz einer mobilen Orthopädiewerkstatt ermöglicht es die Stiftung, dass bis zu 60 Kinder und Jugendliche in Malatya und weiteren Camps von den beiden Orthopädietechnikern von Ottobock in Istanbul, von denen einer fließend arabisch spricht, versorgt werden können.

Ursprünglich wurde die Containerstadt für Erdbebenopfer gebaut. Heute ist sie für rund 10.000 Flüchtlinge zu einem neuen Zuhause geworden. Bei Temperaturen von 40 Grad untersuchen die Techniker die Kinder und nehmen Gipsabdrücke für die Schaftherstellung. Nach der Zentralfertigung der Hilfsmittel in Istanbul werden die fertigen Prothesen dann wieder vor Ort in Malatya angepasst. Durch diesen Versorgungsprozess werden Kosten und die Versorgungszeiten stark optimiert.
In dem Flüchtlingscamp kooperiert die Otto Bock Stiftung mit dem Kinderhilfswerk UNICEF, das derzeit einen Container für Gangschulungen und Reha-Maßnahmen einrichtet. Dadurch können die Ottobock Mitarbeiter und eine weitere Therapeutin ihre kleinen Patienten nachhaltig betreuen. Die versorgten Kinder werden bald wieder ohne Krücken spielen können und nicht mehr auf einen Rollstuhl angewiesen sein.

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