Kognitionstraining hilft MS-Erkrankten

Multiple Sklerose
Das Kognitionstool © 2014 Deutsche Multiple Sklerose Gesellschaft Bundesverband e.V.

Bei fast jedem zweiten MS-Erkrankten, Studien sprechen von 45 bis 65 Prozent, funktionieren kognitive Prozesse wie Aufmerksamkeit, Informationsverarbeitung, Gedächtnis, komplexes Planen und Problemlösen nur mehr eingeschränkt. Gerade im Alltag führt dies oft zu Schwierigkeiten, belastet neben der familiären, insbesondere die berufliche Situation. Doch kognitive Störungen sind behandelbar und lassen sich durch gezielte Trainingsprogramme erfolgreich reduzieren beziehungsweise verbessern. Hier setzt das aktuelle internetbasierte DMSG-Tool auf www.dmsg.de an.

Während es im Menüpunkt „Kognitive Probleme bei MS“ darum geht, die kognitiven Defizite zu benennen und fassbar zu machen, ihre Diagnosemöglichkeiten aufzuzeigen und mit Beispielen zu verdeutlichen, widmet sich der Menüpunkt „Therapieverfahren“ den medikamentösen und nicht-medikamentösen Behandlungskonzepten. Im Mittelpunkt dieses Interprojektes aber stehen die „Kognitiven Übungen“, die dazu einladen, aktiv zu werden und kognitive Fähigkeiten wie Gedächtnis, Aufmerksamkeit und Exekutivfunktionen, zu trainieren. Insgesamt können sechs verschiedene Übungen absolviert werden. Unmittelbar nach Beendigung einer Übung erfolgt die Auswertung. Zu jeder Übung wird nachvollziehbar erklärt, um welche kognitive Funktion es geht und anhand von praktischen Beispielen belegt, warum sie für die Bewältigung des Alltagslebens so wichtig ist.

Um die unterschiedlichen Arten der Aufmerksamkeit zu trainieren, gibt es drei verschiedene Übungen: Die „Blitzreaktion“ schult die Reaktionsbereitschaft, „Fischfang“ ist eine Übung, die die geteilte Aufmerksamkeit stärkt, mit dem „Getränkeausschank“ gilt es, die fokussierte Aufmerksamkeit beziehungsweise die Konzentrationsfähigkeit zu verbessern. Um das Gedächtnis wieder auf „Vordermann zu bringen“, sind zwei Übungen hinterlegt: Der „Reihenspeicher“ trainiert das Langzeitgedächtnis, „Vorletzter“ schult das Arbeitsgedächtnis. Um die Exekutivfunktionen, also Handlungsplanung und problemlösendes Denken, zu stärken, die für eine selbstständige Lebensführung eine zentrale Rolle spielen, ist die „Wörtersuche“ ein probates Mittel. Der DMSG-Bundesverband dankt Prof. Dr. med. Peter Flachenecker, Chefarzt des Rehabilitationszentrums Quellenhof in Bad Wildbad, und Vorstandsmitglied im Ärztlichen Beirat, und der leitenden Diplompsychologin im Quellenhof Heike Meißner für die wissenschaftliche Begleitung von „MS Kognition – Stärke Deine Fähigkeiten“ sowie der Techniker Krankenkasse für die finanzielle Unterstützung im Rahmen der Projektförderung 2014.

 

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