Berufliche Neuorientierung für Menschen mit Handicap

Arbeitsvermittlung
Setzen sich für die Integration von Langzeitarbeitslosen und Menschen mit Handicap ein (v. l.): Sylke Schwanhold vom Jobcenter Region Hannover, Regionspräsident Hauke Jagau und Heidrun Bellack, Leiterin des D.O.C.-Centers in der Annastift Leben und Lernen gGmbH. Foto: Frauke Bittner

Seit fünf Jahren unterstützt die Annastift Leben und Lernen gGmbH mit dem „D.O.C.-Center“ Langzeitarbeitslose und Menschen mit Handicap dabei, auf dem 1. Arbeitsmarkt wieder dauerhaft Fuß zu fassen. Es geht darum, Menschen in schwierigen Lebenslagen zu motivieren, ihre Potenziale zu ermitteln und in Betrieben zu erproben. Mit dieser Qualifizierung in der Tasche suchen die Teilnehmer anschließend selbständig einen Arbeitsplatz. Doch oftmals fällt es diesen Menschen schwer, einen Betrieb zu finden, der bereit ist, sie zu beschäftigen.
„Auf der Suche nach geeignetem Personal schrecken viele Betriebe davor zurück, langzeitarbeitslose oder behinderte Bewerber zu berücksichtigen, weil sie an deren fachlicher und persönlicher Eignung zweifeln“, so Regionspräsident Hauke Jagau. „Diesen Vorbehalten möchten wir durch gezielte Beratung und Unterstützung entgegen wirken.“ Die Maßnahme wird daher um den Einsatz eines Betriebsberaters erweitert, der Kontakt zu kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) aufnimmt, Hemmschwellen abbaut und Bedarfe ermittelt. „Uns geht es um eine passgenaue Vermittlung zwischen Betrieb und Bewerber“, erklärt Reinhard Biederbeck, Leiter des Teams Beschäftigungsförderung der Region Hannover, die Rolle des Betriebsberaters.
Das D.O.C.-Center setzt auf drei Bausteine: die Einschätzung von Fähigkeiten (Diagnostik), die Entwicklung beruflicher Perspektiven (Orientierung) sowie Hilfe und Unterstützung für Betriebe und Beschäftigte (Coaching) – kurz D.O.C. Heidrun Bellack, Leiterin des D.O.C.-Centers in der Annastift Leben und Lernen gGmbH: „Zunächst geht es darum, die Potenziale der Teilnehmer zu erfassen und zu schauen, wo diese zum Einsatz kommen können. Dann ermöglichen wir ihnen zwei betriebliche Erprobungen in von uns gezielt akquirierten Betrieben.“ Insgesamt haben dadurch in den vergangenen fünf Jahren rund 5.700 Menschen für sich eine berufliche Perspektive entdeckt und erarbeitet.
„Mit den gängigen Instrumenten gelingt es uns zwar, viele Langzeitarbeitslose zu vermitteln. Derzeit kommt aber die Hälfte von ihnen innerhalb eines Jahres wieder in die Grundsicherung zurück“, berichtet Sylke Schwanhold vom Jobcenter Region Hannover. Für eine langfristige Integration müssten die Stärken der Bewerber mit den Anforderungen der Betriebe in Einklang gebracht werden. „Diesen Schritt kann das D.O.C.-Center zusammen mit dem Betriebsberater bedarfsgerecht begleiten und steuern“, so Schwanhold.
Das D.O.C.-Center ist eine Maßnahme im Auftrag des Jobcenters Region Hannover. Für den Einsatz des Betriebsberaters unterstützt die Beschäftigungsförderung der Region Hannover die Maßnahme mit 132.940 Euro.

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