Anzeige
Die Fachmesse IRMA in Hamburg findet am 18. bis 20. Juni 2026 statt.

Tourismus für Menschen mit Behinderung attraktiv gestalten

Getting your Trinity Audio player ready...
Der 8. Bremer Freizeitkongress – Orte und Räume in Freizeit und Tourismus neu denken – findet am 5. und 6. November 2026 in der Hochschule Bremen statt. Freizeit und Tourismus finden an Orten und in Räumen statt – doch diese sind weit mehr als eine bloße physische Kulisse. Räume entstehen auch dadurch, wie Menschen sie wahrnehmen und erleben, wie sie sich Orte aneignen und nutzen, wie sie sich durch sie bewegen und welche Bedeutungen sie ihnen geben. Der 8. Bremer Freizeitkongress nimmt diese unterschiedlichen Perspektiven zum Ausgangspunkt. Er fragt danach, wie aus Orten Räume werden, wie bestehende Räume neu genutzt und gestaltet werden und wer darüber mitentscheidet. Dabei geht es um inklusive und zugängliche Räume ebenso wie um neue Nutzungen bestehender Orte, um Bewegung und touristische Erlebnisräume, um Dritte Orte und Begegnung sowie um unterschiedliche Interessen, Nutzungskonflikte und gesellschaftliche Aushandlungsprozesse.

In den wissenschaftlichen Beiträgen und Praxisbeispielen sowie in gemeinsamen Diskussionen treffen Perspektiven aus Freizeit und Tourismus, Wissenschaft und Praxis aufeinander. Der Kongress versteht sich dabei nicht nur als Ort der Präsentation, sondern als Raum für Austausch: Wie wollen wir Freizeit- und Tourismusräume künftig wahrnehmen, nutzen und gestalten – und für wen?

Menschen mit Behinderung stoßen in ihrer Freizeitgestaltung und im Urlaub immer wieder auf Barrieren, was zu einer Benachteiligung führt. Niemand darf aber, so steht es in Artikel 3 Absatz 3 Satz 2 des Grundgesetzes der Bundesrepublik Deutschland, aufgrund seiner Behinderung benachteiligt werden.
Eine Benachteiligung, die der vortragende Professor Dr. Rensinghof, der mit einer Behinderung im kognitiven und im körperlichen und motorischen Bereich lebt, auf einer Urlaubsreise im Hotel und in den öffentlichen sanitären Anlagen für Menschen mit Behinderung erlebt hat, ist der Auslöser für diesen Beitrag. Es geht um das Aufmerksammachen auf diese Barrieren, die in der Heil- und Förderpädagogik nur unzureichend bis gar nicht in den Blick genommen werden. Diese untergeordnete Rolle des Freizeitbereichs für gerade das Feld, welches sich mit Menschen mit Behinderung wissenschaftlich auseinandersetzt, ist wohl durch die geringe Freizeit begründet, die Menschen mit Behinderung – im Anschluss an die Isolation in Sonderinstitutionen (zum Beispiel Förderschule, Werkstatt für behinderte Menschen oder Arbeits-/Erwerbslosigkeit bzw. -unfähigkeit) – bleibt.
In der Freizeit richtet sich dann oft der Blick auf die medizinische Rehabilitation. In die Freizeit fallen oftmals ergo-, physiotherapeutische oder logopädische Therapien. Für Menschen mit Behinderung hat die Freizeit, so scheint es die Förder- und Heilpädagogik zu denken, nicht den Stellenwert, wie bei Menschen, die ohne Behinderung leben. Und gerade hier muss ein Umdenken stattfinden. Hier muss die Freizeitsituation von Menschen mit Behinderung barrierefrei und somit attraktiv gestaltet werden. Der Beitrag will hierzu einige Anregungen geben!

Weitere Artikel

Letzte Beiträge