Turnier im Amputierten-Fußball gelungen

Der erste Rhein-Neckar-Cup, eine zweitägige Veranstaltung am Pfingstwochenende von Anpfiff ins Leben und Anpfiff Hoffenheim, lockte nicht nur viele Zuschauer ins Sinsheimer Helmut-Gmelin Stadion, sondern gab den vier Teams aus Deutschland, Belgien und den Niederlanden viele Aufschlüsse über ihre derzeitige Form. Amputierten-Fußball ist eine  intensive Sportart, nicht selten kommt es zu schmerzhaften Zweikämpfen, der Wettkampf hat es in sich. Bei aller Rivalität auf dem Platz, unfair ging es nie zu. Einer, der das am besten beurteilen kann, ist Kenth Joite. „Es gab aus unserer Sicht nichts zu meckern“, sagte der Schiedsrichter, der aus dem Raum Stuttgart kommt und an beiden Tagen zum tadellosen Unparteiischen-Gespann gehörte. Er führte weiter aus: „Es hat richtig viel Spaß gemacht, die Spieler waren uns gegenüber immer sehr fair, wir mussten kaum in das Geschehen eingreifen.“ Fair Play wird groß geschrieben bei den Amputierten-Fußballern. In den meisten Situationen haben die Akteure, die ein Foul begingen, das umgehend eingesehen und wenn das einmal nicht der Fall gewesen war, haben die Mannschaftskollegen dafür gesorgt, dass nicht gegen die Schiedsrichter oder Gegenspieler gemeckert wurde. Im Modus jeder gegen jeden absolvierte jedes Team drei Partien über die beiden Tage mit jeweils zweimal 20 Minuten Spielzeit. Noch findet das in Deutschland, das bald den Status als Entwicklungs-Land im Amputierten-Fußball ablegen möchte, im Fünf gegen Fünf statt. „Mittelfristig wollen wir, wie es international üblich ist, auf ein Sieben gegen Sieben kommen, um uns im internationalen Vergleich mit den besten Mannschaften Europas messen zu dürfen“, klärt Christian Heintz auf, „wenn wir das in der Bundesliga umsetzen, können wir beispielsweise auch den deutschen Meister in die Champions League schicken.“ Der Spieler von Anpfiff Hoffenheim und Nationalspieler ist bei Anpfiff als Projektleiter „Amputierten-Fußball im Verein“ tätig und lebt für seinen Sport. Als treffsicherer Angreifer erzielte er einige Tore und legte mehrere auf. Für den Turniersieg hat es dennoch nicht ganz gereicht. „Am Ende hat das Torverhältnis über den ersten und zweiten Platz entscheiden und da war Ajax Amsterdam leider ein bisschen besser als wir“, konstatierte Heintz. Das direkte Duell mit den Niederländern endete am Samstag 1:1-Unentschieden, es mussten also möglichst hohe Siege gegen die beiden anderen Konkurrenten her. „In den Schlussminuten der letzten Partie hat man häufiger gesehen, woran es lag – wir haben einfach zu wenige Tore aus unseren vielen guten Chancen erzielt“, haderte Heintz mit dem knapp verpassten Turniersieg. Sein Gesamtfazit fällt trotzdem positiv aus: „Solche Turniere bringen einen immer voran. Gerade mit Blick auf den bevorstehenden Bundesliga-Start war das der ideale Härtetest und ein weiterer Schritt uns international zu etablieren. Die Holländer haben uns jedenfalls versichert, dass wir wieder ein bisschen stärker geworden sind.“ Neben den packenden Turnierspielen durfte sich am Samstag jeder der Lust dazu hatte, selbst auf Krücken versuchen. „Wir haben eine Torschussübung durchgeführt und viele der Zuschauer haben es selbst ausprobiert“, berichtete Elisabeth Claas. Das Fazit eines jeden einzelnen fällt danach in der Regel gleich aus – Amputierten-Fußball ist körperlich extrem anstrengend. Im Zusammenspiel mit den Krücken benötigt man sehr gute koordinative Fähigkeiten. Nicht von ungefähr sind die meisten Spieler im Oberkörperbereich sehr stark trainiert, um stabil auf den Krücken zu stehen und sich in den Zweikämpfen behaupten zu können. Die Hoffnung auf eine Wiederholung ist groß.

 

Ergebnisse des Rhein-Neckar-Cup 2022 Amputierten-Fußball:

Erster Platz: Friends of Ajax Amsterdam 7 Punkte, 18:5 Tore

 

Zweiter Platz: Anpfiff Hoffenheim 7 Punkte, 13:2 Tore

 

Dritter Platz: SG Nord-Ost 3 Punkte, 8:13 Tore

 

Vierter Platz: Amp Voetbal Vlaanderen 0 Punkte, 1:20 Tore

 

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