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Para Radsport-EM: Vanessa Laws, Marie Quellhorst und Jakob Klinge holen Gold

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Die deutsche Para Radsport-Nationalmannschaft kehrt von den Europameisterschaften im italienischen Maniago (11. bis 14. Juni) mit drei Goldmedaillen, einer Silbermedaille und sieben Bronzemedaillen heim. Die EM-Titel sicherten sich Vanessa Laws und Marie Quellhorst im Einzelzeitfahren sowie Jakob Klinge im Straßenrennen. Die Ergebnisse sind zugleich ein starkes Signal mit Blick auf die WM (4. bis 7. September) in Huntsville, USA.

Die beiden Top-Talente Laws und Quellhorst waren als Mitfavoritinnen nach Maniago gereist und überzeugten im Zeitfahr-Wettbewerb gleich an Tag eins. Sowohl Laws (C4) als auch die 27-jährige Quellhorst (C3) gewannen in ihren jeweiligen Startklassen die Goldmedaille. Gutes Karma hat offensichtlich auch mitgespielt: „Bisher hat es uns immer Glück gebracht, dass wir uns auf Wettkämpfen ein Zimmer teilen. Bei der EM war klar: Wenn eine von uns Gold gewinnt, will die andere auf jeden Fall nachziehen“, sagte Laws augenzwinkernd und gut gelaunt.

Medaille nach Sturz: Bronze für Laws im Straßenrennen

Nach ihrem Titelgewinn im Zeitfahren sicherte sich die 22-jährige Laws im anschließenden C4-Straßenrennen die Bronzemedaille trotz denkbar schlechten Starts: Zu Beginn des Rennens stürzte sie infolge eines verkanteten Vorderrads auf dem Kopfsteinpflaster, wobei sie leichte Prellungen davontrug. Trotz des Rückstands von rund 20 Sekunden nahm sie das Rennen auf. „Ich musste gut 40 Kilometer allein fahren und hatte die Hoffnung, noch aufschließen zu können, aber es hat zu viel Kraft gekostet, die Lücke zuzufahren. Der Ofen war irgendwann aus“, so Laws, die in ihrer noch jungen Karriere bereits zwei EM-Titel einfahren konnte. „Nach meinen Titeln 2021 ohne Konkurrenz fühlt sich das jetzt wie der erste richtige, hart erkämpfte EM-Titel meiner Karriere an.“

Zimmernachbarin Quellhorst musste trotz des Gold-Erfolgs im Zeitfahren getröstet werden. Sie verpasste eine weitere Medaille im Straßenrennen nur knapp. Im finalen Sprint der Führungsgruppe musste sich die gebürtige Mindenerin um eine Reifenbreite geschlagen geben und belegte Platz vier. „Ehrlich gesagt bin ich noch etwas deprimiert“, sagte sie. „Es ist für mich nicht gut gelaufen. Ich wollte das Rennen aktiv gestalten, was leider nicht funktioniert hat. Als Letzte der Führungsgruppe ins Ziel zu fahren, tat schon weh.“ Für Quellhorst folgt bereits in der nächsten Woche eine Bahnüberprüfung, bevor im August ein dreiwöchiges Trainingslager in Freiburg zur Vorbereitung WM-Kurse ansteht. „Mein Ziel für die WM ist ein Podestplatz im Zeitfahren – und hoffentlich eine Revanche im Straßenrennen.“

Für C4-Fahrer Jakob Klinge, der am letzten Tag im letzten Rennen mit deutscher Beteiligung für einen goldenen Moment sorgte, gab es keinen Grund zur Trauer: Er hatte im Zeitfahren zunächst zwar auch knapp das Podest verpasst. Doch für das abschließende Straßenrennen, in dem er überraschend zu Gold fahren konnte, hatte er sich selbst „Fokus und cool bleiben“ verschrieben. Eine Strategie, die letztlich aufging.

Edelmetall für Dreirad-Klassen, Routiniers und Handbiker

Für die einzige deutsche Silbermedaille bei der EM sorgte die erfahrene Dreiradfahrerin Angelika Dreock-Käser (T2) im Straßenrennen. Durch taktische Tempowechsel versuchte sie gemeinsam mit Teamkollegin Jana Majunke, die spätere Siegerin aus der Schweiz unter Druck zu setzen. Zuvor hatte Dreock-Käser bereits Bronze im Zeitfahren gewonnen. Doch für den Sieg reichte es nicht. Die Dreirad-Erfolge komplettierte Maximilian Jäger (T2) mit zwei Bronzemedaillen in einem starken Teilnehmerfeld in beiden Disziplinen.

In den weiteren Klassen fuhren die etablierten Kräfte ebenfalls auf das Podest: Routinier Michael Teuber (58) sicherte sich in der C1-Klasse Bronze im Zeitfahren und unterstrich, dass er weiterhin zur europäischen Spitze gehört. Handbiker Daniel Ulmann (H3) holte ebenfalls Zeitfahr-Bronze nach einem starken Rennen. Auch Pierre Senska sicherte sich im Straßenrennen die Bronzemedaille. In der H2-Klasse bestätigte Manuel Scheichl seine Konstanz der vergangenen Jahre und belegte neben Rang 3 im Zeitfahren auch einen sehr guten vierten Platz im Straßenrennen – nur knapp verpasste er im Zielsprint eine zweite Medaille. „Die Medaille bedeutet mir sehr viel, denn die H2-Konkurrenz ist sehr stark. Dass ich trotzdem aufs Podest fahren konnte, freut mich umso mehr“, so Scheichl. „Was die Leistung betrifft, konnte ich diese Saison zulegen. Für die WM nehme ich mir vor, wieder im vorderen Feld mitzufahren. Medaillenchancen sind zwar gering, aber ich werde mein Bestes geben.“

Bundestrainer Gregor Lang zeigte sich mit dem Gesamtauftreten sehr zufrieden, insbesondere nach den zuvor durchwachsenen Weltcup-Leistungen: „Die EM war extrem stark besetzt und das Teilnehmerfeld sehr kompetitiv. Zwölf Medaillen mit drei Titeln sind ein Ergebnis, mit dem ich sehr zufrieden bin. Wir schauen primär darauf, wie unsere Athletinnen und Athleten sich entwickeln. Da ist noch Potenzial, aber wir gehen zusammen in die richtige Richtung.“

Ein positives Fazit zog Lang auch zum H3-Trio der Männer: Johannes Herter, Johannes Hänle und Daniel Ulmann gingen das Straßenrennen mit einer Team-Strategie an und belegten dank einer guten Mannschaftsleistung die Plätze vier, fünf und sieben. Voller Fokus gilt ab jetzt der WM-Vorbereitung. Der nächste Wettkampf ist der Europacup im tschechischen Púchov. Dort gehen zehn deutsche Athletinnen und Athleten an den Start, darunter die sechs bereits nominierten WM-Teilnehmenden Angelika Dreock-Käser, Vanessa Laws, Maximilian Jäger, Jana Majunke, Johannes Herter und Manuel Scheichl.

 

 

Text: Jessica Balleer / DBS

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